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Die neuen Verteidiger
Zschäpes neue Anwälte: Hermann Borchert (li.) und Mathias Grasel. Foto: dpa
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Die neuen Verteidiger

Beate Zschäpe hat ihr Schweigen aufgegeben. Damit sind ihre ursprünglichen Verteidiger gescheitert. Ihre neuen Anwälte haben sie ausgestochen.

10.12.2015
  • CHRISTOPH LEMMER, DPA

Immer still und eher unbeteiligt - so verhielt sich der vor gut einem Vierteljahr engagierte Münchner Anwalt Mathias Grasel im Prozess gegen seine Mandantin schäpe. Jetzt spielt er eine zentrale Rolle.

Grasel ist mit seinen 31 Jahren zwar jung und hat wenig Erfahrung, ist aber offensichtlich ehrgeizig. Er wolle ein "erfolgreicher Jurist" werden, schrieb er schon 2003 in der Abiturzeitung seiner Schule in Tettnang. Eines hat er geschafft: Im NSU-Prozess bestimmt er die Strategie der Hauptangeklagten Zschäpe und nicht mehr ihre ursprünglichen Verteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm - drei gestandene Strafverteidiger, die vor dem Bundesgerichtshof schon einmal eine Anklage wegen Mittäterschaft zu Fall brachten. Sie wurden von Nachwuchsmann Grasel ausgestochen.

Der hatte seinen Coup lange vorbereitet. Schon seit rund einem Jahr soll er Zschäpe immer wieder in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim besucht haben. Er soll ihr auch geholfen haben, mehrere Briefe an das Gericht zu schreiben, als sie ersuchte, Heer, Stahl und Sturm loszuwerden. Einer endet mit einem Postscriptum, in dem Zschäpe andeutet, sie wolle "etwas" aussagen - wenn das Gericht ihr Grasel zuteile. Sie bekam ihren Willen.

Dass ausgerechnet Grasel den vielleicht schwierigsten Strafprozess Deutschlands in eine völlig neue Richtung dreht, hätten ihm wohl nur wenige zugetraut. Er wirkt schüchtern und pennälerhaft, ganz anders als sein Kanzleiprimus Hermann Borchert, den sich Zschäpe zusätzlich als Wahlverteidiger genommen hat. Borchert arbeitet seit mehr als 30 Jahren als Strafverteidiger - so lange, wie Grasel alt ist.

Jetzt fordert Zschäpe, das Gericht möge auch Borchert als Pflichtverteidiger zulassen. Seit sie sich im Juli 2014 kennenlernten, "genießt er mein vollstes Vertrauen".

Wobei "Dr. Borchert" kein promovierter Jurist ist. Auf seiner Internetseite firmiert er als "JUDr", diesen Titel bestätigt er. Er wird in Tschechien und der Slowakei vergeben, zeigt aber nur an, dass der Träger sich qualifiziert hat, seinen Doktor zu machen. Auf einigen Anwaltssuchportalen ist dieser Unterschied nicht angekommen. Warum? "Das weiß ich nicht", sagt Borchert. Er werde das ändern lassen.

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10.12.2015, 06:00 Uhr
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