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Video vom Poetry Slam-Finale/Schüler präsentierten ihre tollen Texte

Die mit der Sprache spielen

Mit Cola-Kritik kann man Champion werden. Das war letztes Jahr so im Poetry Slam Finale, und auch dieses Jahr sah es so aus. Ja, wenn da nicht…

10.07.2008
  • Wolfgang Albers

Girls' camp der Rhetorik? Laufsteg der Wortfiguren? Raus mit der Sprache? Egal, wie man Poetry Slam umschreibt, definiert, anpreist – das Festival der selbstgeschriebenen Schülertexte boomt. Schon quantitativ. Für die Endrunde der älteren Schüler reichte am Mittwoch-Abend der große LTT-Saal mal so grade, am Sonntag, wenn sich die Jüngeren im Sparkassen-Carrée vorstellen, könnte es ähnlich voll werden.
Und qualitativ? Da hätten die Moderatoren Jakob Nacken und Helge Thun die fünf Zufalls-Juroren aus dem Publikum gar nicht mahnen müssen, auf ihrer 10-Punkte-Skala nicht unter die Fünf zu gehen. Zu gut war das, was die 14 Finalisten boten.

Plötzlich stand da ein Panther

Und kein Thema und kein Genre scheuten. Maximilian Koppermann und Fabian Bolz ließen es zwischen Dieter Bohlen und Heidi Klum fetzen. Überdreht, mit Geröhre und Kreischen – zwei vom Typ Rampensau.
Und dann Olga Frankfurt vom Wildermuth-Gymnasium: ein innerer Monolog über den Tod einer Freundin, leise, traurig. Auch von solchen Kontrasten lebt Poetry Slam.
Und von formalem und dramatischen Können. Der Neuntklässler Nils Jauß vom Uhland-Gymnasium versetzt sich in einen Mann, der plötzlich einem Panther gegenüber steht – eine Story nach allen Regeln der Suspense. Und Bariya Sindhus (Albert-Einstein-Gymnasium) verrätseltes, paradoxes Sinnieren über Du und Er beeindruckt nicht zuletzt durch die profisichere Modulation ihrer Stimme.
Aber am ehesten kamen bei der Jury diesmal die pfiffigen, phantasievollen Texte an. Klassische Reime und rasante Komik: Damit sammelte Milan Stürmer vom Wildermuth-Gymnasium 44 Punkte. Platz drei.

Das klägliche Leben des Klaus X

Schön sarkastisch seine Satire über das klägliche Leben des Klaus X und seine Träume: „Ich würd mit der Sekretärin schnacken/ mei'm Cheffe auf den Tisch drauf kacken/ Meiner Frau würd ich auch die Meinung geigen/ und mit 100 anderen Kinder zeugen.“
Sozialkritik fast schon als Epos – das ist Ruben Neugebauers Klage, dass der Mond zu Werbezwecke an Coca Cola verkauft sei. Der Zwölftklässler vom Albert-Einstein-Gymnasium packt da Matthias Claudius ebenso stilsicher hinein wie ein ganzes Bündel Zeitkritik oder Stoibers Bahnhof-Rede.
48 Punkte - also 96 Prozent Zustimmung. Dagegen musste der Vorjahressieger Rafael Jakob an. Diesmal ohne Schwester und mit einem anspruchsvollen Text: „Mit der Sprache spielt man nicht“. Machte er doch – so virtuos, selbst Klinsis Kabinen-Kampfrufe und Beckenbauers Blabla perfekt einbauend, dass am Schluss die 49 Punkte hochgereckt wurden. Titelverteidigung!

Die mit der Sprache spielen

Die mit der Sprache spielen - Poetry-Slam

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Die mit der Sprache spielen - Poetry-Slam --

03:19 min

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10.07.2008, 12:00 Uhr
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