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Die ehrenamtlichen Altpapiersammler der Vereine haben sich kräftig verkalkuliert
Auch in der Heinlenstraße in Derendingen warten seit Samstag die Altpapierstapel auf Abholung. Bild: Fritzsche
Trotz Blauer Tonnen wird weiter eifrig gebündelt

Die ehrenamtlichen Altpapiersammler der Vereine haben sich kräftig verkalkuliert

In Tübingen stapelt sich seit Tagen das Altpapier: zu Bündeln geschnürte Zeitungen und Zeitschriften, in Kartons gestopftes Geschenkpapier, Tüten voller zerknüllter Umschläge und Schnipsel. Dazu haufenweise leere Kartonagen.

07.02.2018
  • Uschi Hahn

Am vergangenen Samstag hätten die ehrenamtlichen Vereinssammler den wertvollen Rohstoff zum Beispiel in Derendingen abfahren sollen. Am Dienstag war Sammeltermin in der Innenstadt. Doch in mindestens der Hälfte der Straßen liegt das Altpapier noch immer auf den Bürgersteigen.

„Da ist was schief gelaufen“, räumt Roland Schindler ein. Er ist der Koordinator im VZR, dem Verein zur Förderung der Rohstoffrückgewinnung, zu dem sich die Altpapier sammelnde Vereine im Landkreis Tübingen zusammengeschlossen haben. Sie bessern mit dem Verkauf des Papiers ihre Kassen auf. Die Vereine, sagt Schindler, haben einfach nicht damit gerechnet, dass die Bürger weiter so viel Altpapier für die Sammlungen aufbewahren. Schließlich ist seit diesem Jahr die kommunale Blaue Altpapiertonne flächendeckend an die Haushalte verteilt.

Zwei Drittel der Haushalte in Tübingen hatte die Tonnen bestellt. Daraufhin habe man beim VZR mit einem entsprechenden Rückgang des Papieraufkommmens gerechnet, so Schindler auf TAGBLATT-Anfrage. Also habe man auch weniger freiwillige Helfer und Sammelfahrzeuge für die Abholtermine organisiert. Doch alleine in Pfrondorf, Weilheim und auf dem Kreßbach kamen am Samstag 17 Tonnen Papier zusammen – so viel wie in der Zeit ohne Tonne. Daher reichten die Kapazitäten für viele andere Bereiche dann nicht mehr. „Wir hatten mindestens zwei Autos zu wenig im Einsatz“, sagt Schindler.

Das Abfallwirtschaftsamt des Landkreises hatte immer wieder dafür geworben, nur leichte aber sperrige Kartons in den Tonnen zu entsorgen, die monatlich geleert werden. Alles übrige Papier solle man weiter den Vereinen für ihre achtwöchentliche Bündelsammlung überlassen. Daran haben sich die Verbraucher offenbar gehalten. Oder, sagt Schindler, „die Tonnen stehen leer am Straßenrand“. Er jedenfalls vermutet, „dass die Bürger das mit der Tonne nicht begreifen“ und spricht von einem „heillosen Durcheinander“.

Ein Durcheinander, das der VZR nun finanziell ausbaden muss. Für die Nachsammlungen unter der Woche gibt es keine freiwilligen Helfer. Also muss eine Firma die Abholung im Auftrag der Vereine alleine erledigen. Vom Erlös von 50 Euro pro Tonne Papier bleibt da nichts mehr übrig für die Vereine.

Dennoch verspricht Schindler: „Das Altpapier kommt hundertprozentig weg“. Man habe das bisher „immer geschafft“.

Die nächsten Sammeltermine sind im März. Vorher werde man sich zusammensetzen und die Organisation nachbessern, sichert Schindler zu. „Wir werden aufstocken.“

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07.02.2018, 01:00 Uhr
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