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Die dunkle Seite des Mondes

Die dunkle Seite des Mondes

Thriller nach dem Roman von Martin Suter: Ein Karrierist (Moritz Bleibtreu) entdeckt nach einem Drogentrip das Böse in sich.

Die dunkle Seite des Mondes

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Deutschland 2015

Regie: Stephan Rick
Mit: Moritz Bleibtreu, Jürgen Prochnow, Nora von Waldstätten

98 Min. - ab 12 Jahren

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12.01.2016
  • Klaus-Peter Eichele

Ein ausgestopfter Wolf in der Villa seines Chefs, eine Waldlandschaft in einer Fotoausstellung. Es scheint, als verfolge die Wildnis Urs Blank (Moritz Bleibtreu) auf Schritt auf Tritt. Dabei ist er in Wirklichkeit gar kein Naturbursche, sondern ein bis zum Anschlag urbaner Wirtschaftsanwalt, dessen Winkelzüge zu Beginn des Films einen Geschäftsmann in den Selbstmord treiben.

Den entscheidenden Knacks bekommt sein Leben aber erst, als ihn seine frisch gebackene Geliebte (Nora von Waldstätten) zum Konsum halluzinogener Pilze verleitet. Nach dem Horrortrip erwacht endgültig das Animalische in ihm, eine ungehemmte Lust am Quälen und Töten. Hat, fragt sich nun, die psychotrope Substanz Blanks Charakter deformiert, oder nur zum Ausbruch gebracht, was eh schon da war? Und gibt es eine Möglichkeit, den Schalter wieder umzulegen?

Der barocke Mix aus Wirtschaftsthriller, psychedelischem Psychodrama und Gesellschaftsallegorie aus der Feder Martin Suters liefert eigentlich alle Zutaten für großes, bildstarkes Kino mit philosophischer Grundierung. Leider fiel die Verfilmung in die Hände des deutschen Fernsehens, wo alles Schillernde und Tiefgründige flugs in 90-Minuten-Kolportage verwandelt wird. Während also im Roman der Held wochenlang in Wäldern zubringt, um seiner Angst vor sich selbst Herr zu werden, belässt es der Film bei ein paar allenfalls innerhalb einer „Tatort“-Logik nachvollziehbaren Streifzügen.

Aber auch gestalterisch fällt dem „Polizeiruf“-erfahrenen Regisseur Stephan Rick nicht viel mehr ein, als, wenn’s unheimlich wird, die Nebelmaschine anzuwerfen. Zwar hat die Geschichte auch in diesem Billigzuschnitt noch ihre Spannungs-Reize – umso ärgerlicher ist es, wie Deutschland mit potenziell großen Kinostoffen umspringt.

Die Steilvorlage zum großen Kino endet mit einem Rückpass ins Fernsehspiel-Einerlei.

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12.01.2016, 11:09 Uhr
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