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Nachruf

Doris Day: Die blonde Sauber-Frau

Ihren deutschen Nachnamen Kappelhoff legte die Amerikanerin ab – und wurde als Doris Day berühmt. Jetzt ist die Schauspielerin und Sängerin mit 97 Jahren gestorben.

14.05.2019

Von BARBARA MUNKER

Doris Day 1955: Bei einem Besuch des The Cunard Liner „Queen Elizabeth“ in Southampton lächelt die US-Schauspielerin in die Kamera. mit. Foto: dpa Foto: dpa

Lange Zeit hat sich Doris Day ein bisschen jünger gemacht. Erst kurz vor ihrem Geburtstag im März 2017 war herausgekommen, dass sie nicht 93 Jahre alt wurde, sondern schon 95. Diesen kleinen Patzer haben die Fans der Schauspielerin und Sängerin bestimmt verziehen. Nun trauert die Filmwelt um Hollywoods blonden Star mit dem sauberen Sex-Appeal. Doris Day starb im Alter von 97 Jahren. Das teilte ihre Tier-Stiftung in Los Angeles mit.

In den kleinen Küstenort Carmel, zwischen Los Angeles und San Francisco, hatte sich Day Ende der 1970er Jahre zurückgezogen. Dort engagierte sich der Star, dem einst Hollywood-Größen wie Cary Grant, Rock Hudson und Frank Sinatra zu Füßen lagen, bis ins hohe Alter als leidenschaftliche Tierschützerin. „Bei mir dreht sich alles um die Vierbeiner“, hatte die Film-Ikone kurz vor ihrem 90. Geburtstag gesagt. Statt Geschenke wünschte sie sich Spenden für ihre Tierschutz-Organisation „Doris Day Animal Foundation“.

Als Doris Mary Ann Kappelhoff wurde sie 1922 im US-Bundesstaat Ohio geboren, ihre Eltern waren Kinder deutscher Einwanderer. „Ich bin stolz auf meine deutsche Herkunft und fühle mich geehrt, in die deutsch-amerikanische Ruhmeshalle aufgenommen zu werden“, ließ Day per Brief mitteilen, als sie im Juni 2017 Mitglied der virtuellen German-American Hall of Fame wurde. Das hatten vor ihr bereits Deutschstämmige wie die Magier Siegfried & Roy, der frühere Präsident Dwight D. Eisenhower und der Physiker Albert Einstein geschafft.

Ein Album mit den größten Hits der Schauspielerin. Foto: ©defotoberg/Shutterstock.com Foto: ©defotoberg/Shutterstock.com

„America’s Sweetheart“

Als Frau Kappelhoff hätte sie es im amerikanischen Show-Business vermutlich nicht so weit gebracht. Als Doris Day – den Namen borgte sie sich von ihrem Hit-Song „Day by Day“ – eroberte das blonde Multitalent in den 40er- und 50er Jahren die Hitparaden und als „America’s Sweetheart“ die Herzen der Kinofans.

Als Teenager im US-Staat Ohio musste sie ihren Traum von einer Tanzkarriere nach einem schweren Autounfall aufgeben. Sie nahm Gesangsunterricht, tourte mit Jazz-Bands und machte Songs wie „Sentimental Journey“ und „Que Sera, Sera“ zu Hits. Regisseur Michael Curtiz entdeckte ihr Schauspieltalent, und Warner Bros. stellte die Sängerin 1948 für „Zaubernächte in Rio“ erstmals vor die Kamera, dutzende Filme folgten.

In Alfred Hitchcocks „Der Mann, der zuviel wusste“ und später in dem Thriller „Mitternachtsspitzen“ von David Miller bewies sie ihr Talent als Charakterdarstellerin. Doch Hollywood nahm Day mit Musicals und leichten Komödien in Beschlag. Ende der 50er Jahre wurden Day und Rock Hudson nach „Bettgeflüster“ als Leinwand- Traumpaar gefeiert. Mit der harmlosen Sex-Komödie verdiente sich Day ihre einzige Oscar-Nominierung. Mit sauberem Sex-Appeal setzte die Blondine ihre Verführungskünste auch in den Filmen „Ein Hauch von Nerz“ und „Spion in Spitzenhöschen“ ein. Im richtigen Leben hatte Day mit Männern anscheinend weniger Glück: Mit 19 ein Kind, wenig später die erste Scheidung, mit 29 Jahren den dritten Ehemann.

Entspannung während einer Drehpause mit ihrem Kollegen Rock Hudson. Foto: HO/HO/afp Foto: HO/HO/afp

Als Days Ehemann und Manager Marty Melcher 1968 starb, hatte er ihr Vermögen weitgehend durchgebracht, sagte die Schauspielerin 1975 in ihren Memoiren. 1981 wurde sie vom vierten Ehemann geschieden. 2004 erlitt sie einen Schicksalsschlag, als ihr einziger Sohn, Plattenproduzent und Songwriter Terry Melcher, an Krebs starb.

Vom Verband der Auslandspresse, der die Golden-Globe-Trophäen verleiht, erhielt Day 1989 einen Sonderpreis für ihr Lebenswerk. 2004 ehrte US-Präsident George W. Bush die „amerikanische Ikone und Bereicherung der Kultur“ mit der Freiheitsmedaille, dem höchsten zivilen US-Orden. 2008 kam eine Grammy-Trophäe als Auszeichnung für ihre musikalischen Verdienste hinzu.

Mit 89 Jahren stürmt Day mit dem Album „My Heart“ noch einmal die Charts. Das Album mit bis dahin unveröffentlichten Titeln aus früheren Jahrzehnten schaffte auf Anhieb den Sprung unter die Top Ten der britischen Charts. Barbara Munker

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Erstellt:
14. Mai 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. Mai 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Mai 2019, 06:00 Uhr

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