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Schuhe für Helden

Die bayerische Firma Haix stattet Feuerwehrleute, Rettungskräfte und Soldaten aus

Soldaten tragen sie ebenso wie Spezialkräfte der Polizei und Feuerwehrmänner. Viele der Helden, die bei gefährlichen Einsätzen ihr Leben riskieren, verlassen sich auf Spezialschuhe aus Niederbayern.

11.06.2013
  • DPA

Mainburg Einsätze im Tornadogebiet in Oklahoma, in der felsigen Kriegslandschaft in Afghanistan oder bei der Brandbekämpfung: Die Anforderungen an die Einsatzkräfte und deren Ausrüstung steigt. Voran kommen viele dieser als Helden des Alltags bewunderten Männer und Frauen auf Schuhen aus Niederbayern. Die Firma Haix aus Mainburg (Landkreis Kelheim) hat sich weltweit einen Namen bei Spezialschuhen gemacht. Das Unternehmen profitiert von der Leidenschaft seines Chefs, der selbst 20 Jahr bei der freiwilligen Feuerwehr war.

Ewald Haimerl hatte schon als kleiner Junge ein Faible für Blaulicht. Er wollte Polizist werden. Nach der Aufnahmeprüfung 1977 in München musste er jedoch im väterliche Betrieb aushelfen, der vor allem Wander- und Arbeitsstiefel produziert. Ausgerechnet ein Fußballspiel hatte das kleine Familienunternehmen in Schieflage gebracht. "Damals kamen die meisten Aufträge aus den Niederlanden. Nach der Niederlage der Holländer im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft 1974 gegen Deutschland wurden alle Aufträge storniert", erinnert sich der 51-Jährige.

Viele Jahre dümpelt die Firma vor sich hin, bis Anfang der 1990er Jahre die zündende Idee kommt. Ewald Haimerl ist inzwischen Schuhmachermeister in der väterlichen Fabrik und stellvertretender Kommandant bei der Feuerwehr in Mainburg. Bei den Einsätzen tragen er und seine Kameraden meist noch einfache Gummistiefel.

"Bei einem Feuer galt es, ein Kind aus dem brennenden Haus zu retten. Es ging um jede Sekunde. Ich sprang aus dem Wagen und rutschte auf dem nassen Boden aus", erläutert Haimerl. Da war die Idee für die ersten Spezialschuhe geboren.

Seine ersten Entwicklungen preist der Firmenchef wie ein Handelsreisender direkt bei den Feuerwehren und Hilfsorganisationen an. Der erste große Auftrag kommt dann 1993 vom Technischen Hilfswerk über 5000 Paar, ein Jahr später bestellt die Polizei in Sachsen- Anhalt 7000 Paar. Mittlerweile hat auch das Militär die Schuhe aus Niederbayern für sich entdeckt. "Jeder deutsche Soldat in Afghanistan trägt unsere Schuhe, und die britische Armee hat 60 000 Paar geordert", sagt Unternehmenssprecher Hanno Meier. In Deutschland und Kanada sei Haix im Bereich Feuerwehr Marktführer.

Der Umsatz stieg von knapp 2 Mio. DM im Jahr 1992 auf mehr als 56 Mio. EUR im vergangenen Jahr. Den größten Anteil hat aktuell das Militär vor der Feuerwehr und der Polizei. Die 55 Standard- und 150 Sondermodelle werden in erster Linie in Kroatien produziert. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen knapp 900 Mitarbeiter und fertigt 700 000 Paar im Jahr.

An dem Anstieg hat vor allem die Entwicklungsabteilung einen großen Anteil. "Insbesondere die Armeen haben klare Vorstellungen, was der Schuhe aushalten soll", erklärt Chef-Tüftler Andreas Himmelreich. Bis zum Bau eines Prototypen vergehen bis zu eineinhalb Jahre. Dann stehen monatelange Tragetest im eigenen Labor an.

Diese Qualität hat seinen Preis - und die Gemeinden zahlen nicht jede Summe für einen Schuh. "Die Kommune rüstet uns bestens aus, aber nicht mit dem Ferrari unter den Feuerwehrstiefeln", erklärt Stadtbrandrat Rainer Heimann aus Straubing. Ein Drittel seiner 220 Feuerwehrleute kaufe sich aber den Haix-Schuh aus eigener Tasche. "Er ist halt bequemer, schneller angezogen und auch robuster."

Die bayerische Firma Haix stattet Feuerwehrleute, Rettungskräfte und Soldaten aus
Ein Mitarbeiter des Unternehmens Haix prüft im Labor die Feuerfestigkeit eines Feuerwehrstiefels. Foto: dpa

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11.06.2013, 12:00 Uhr
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