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Erneuerbare Energien

Die Windkraft steckt in der Flaute

Die Große Koalition streitet über den weiteren Ausbau. In der Branche macht sich Verunsicherung breit.

27.07.2018
  • IGOR STEINLE

Berlin. Bei Windkraft herrscht momentan Flaute in Deutschland. Im ersten Halbjahr verlangsamte sich der Ausbau der Windenergie an Land um 29 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank sie auf einen Zubau von 1626 Megawatt oder 497 Anlagen. Ein Grund für den Rückgang sei, dass der Bund in den vergangenen Jahren Ausbauziele und Fördersystem für Windkraft geändert hat, teilen Branchenverbände mit.

In der Branche herrscht nun Verunsicherung. Zwar könne man mit den aktuellen Zahlen noch gut umgehen, sagte der Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Power Systems, Matthias Zelinger. „Schwieriger aber wird das nächste Jahr.“ Zelinger rechnet damit, dass es wegen der momentanen Planungsunsicherheit einen weiteren Rückgang geben werde.

Der Präsident des Branchenverband Windenergie, Hermann Albers, warnt, dass der schleppende Ausbau zu Personalabbau in der Branche führen könnte: „Es ist schwer Mitarbeiter zu halten, für die es zwei Jahre lang keine Arbeit gibt.“ Ein Einbruch des Ausbaus auf dem Weg zum 2030-Ziel sei deswegen nicht akzeptabel. Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, bis 2030 einen Anteil bei erneuerbaren Energien von 65 Prozent zu erreichen. Momentan liegt er bei 36 Prozent.

Union und SPD streiten jedoch seit Wochen über den Ökostrom-Ausbau. Die Union drückt dabei auf die Bremse. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) argumentiert, dass der schnellere Ausbau an eine ausreichende Netzkapazität gekoppelt sein müsse. Es nütze nichts, wenn Windanlagen dazu gebaut würden, diese aber nicht ans Netz angeschlossen werden könnten. Außerdem wird in der Union auf den Widerstand in Teilen der Bevölkerung verwiesen. Die SPD pocht auf einen schnelleren Ausbau, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Igor Steinle

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27.07.2018, 06:00 Uhr
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