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Genug Schüler fürs Abi

Die Voraussetzungen für eine Oberstufe an Gemeinschaftsschulen werden erfüllt

An der Gemeinschaftsschule zum Abi – ob das in Tübingen umgesetzt wird, muss noch diskutiert werden. Die Voraussetzungen jedenfalls sind gegeben. Das fand der Erziehungswissenschaftler Prof. Thorsten Bohl heraus. Im Gemeinderatsausschuss am Montag berichtete er darüber.

14.10.2015
  • Sabine Lohr

Tübingen. Mindestens 60 Schülerinnen und Schüler müssen es schon sein, damit eine Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule eingerichtet werden kann. Immerhin müssen dafür Gymnasiallehrer eingestellt werden. Kommt diese Schülerzahl in Tübingen zusammen? Und wenn ja, welche Auswirkungen hat das auf die anderen Gymnasien? Diese Fragen stellte die Stadtverwaltung dem Erziehungswissenschaftler Prof. Thorsten Bohl.

Bohl hat dazu Schulleiter, Elternvertreter, SMV-Vertretungen und andere befragt, insgesamt 40 Personen. Dann entwarf er mehrere Szenarien. Das Ergebnis: 60 Schüler kommen locker zusammen. Und zwar nicht nur aus den Gemeinschaftsschulen selbst, sondern auch aus Realschulen. Vermutlich wird die Zahl sogar weit übertroffen, was laut Bohl gut wäre. „80, besser noch 90 Schüler wären auf jeden Fall besser als nur 60“, sagte er im Ausschuss. „Wie viele tatsächlich wechseln werden, wissen wir nicht“, sagte Bohl, denn „wir sind keine Götter, wir sind Wissenschaftler.“

Wer eine Realschule besucht und nach deren Abschluss weiter bis zum Abi will, wechselt in aller Regel auf ein berufliches Gymnasium. Bietet die Gemeinschaftsschule eine gymnasiale Oberstufe an, wird das also zu Lasten anderer Gymnasien gehen. Bohl untersuchte, wie die Schülerzahlen in anderen Gymnasien zurückgehen würden. Auch dazu entwarf er mehrere Szenarien. Im schlechtesten Fall, so sein Ergebnis, müssten die beruflichen Gymnasien auf einen Zug verzichten und hätten dann statt 15 nur noch 14 Züge. Für die allgemeinbildenden Gymnasien hätte eine Oberstufe an Gemeinschaftsschulen keine strukturellen Auswirkungen. Bohl hält es auch für sehr unwahrscheinlich, dass etwa das Biotechnologische Gymnasium Schüler verlieren wird. „Das sind Jugendliche, die sich sehr auf ein Fachgebiet spezialisiert haben“, sagte er.

Bohl appellierte an den Gemeinderat, eine Konzeption für die Gemeinschaftsschule zu erstellen. Und zwar nicht nur für die Oberstufe, sondern auch für die Klassen fünf bis zehn. „Schauen Sie in andere Bundesländer, wie die das lösen“, empfahl er.

Ute Leube-Dürr (SPD) wollte wissen, ob das Abitur an der Gemeinschaftsschule ein anderes sei als an einem allgemeinbildenden Gymnasium. Bohl verwies darauf, dass dafür das Kultusministerium zuständig sei. Es sei aber „superklar“, dass für das Abitur, egal an welcher Schule, ein einziger Standard gelte. Es werde an denselben Tagen geschrieben und habe wohl auch dieselben Themen.

Ob die Gemeinschaftsschulen nun eine gymnasiale Oberstufe bekommen, soll in einem „transparenten Diskussionsprozess, unter Prüfung der Alternativen und der finanziellen Auswirkungen“ geklärt werden. Vor allem sollen Konzeptionen der gemeinsamen Oberstufe, einer „Gelenkklasse“ (Klasse 10 der Gymnasien) und der Kooperation mit den Gymnasien erarbeitet werden. Auch wie der Übergang von der Gemeinschaftsschule auf die beruflichen Schulen gestaltet werden kann, soll erarbeitet werden. Dazu sollen Fachgruppen gebildet werden, in denen Experten und Gemeinderatsmitglieder sitzen. Erst wenn alle Fragen geklärt sind, entscheidet der Gemeinderat, ob eine Oberstufe beantragt wird.

Nicht nur der Ausschuss fand dieses Vorgehen richtig, auch der Gesamtelternbeirat unterstützt es. In einem Schreiben zur Verwaltungsvorlage weist er darauf hin, dass die Rahmenbedingungen wie etwa Sonderregelungen für die Oberstufe der Gemeinschaftsschulen und der Gelenkklassen geklärt werden müssen. Zudem kündigt er eine ausführliche Stellungnahme zum Thema an.

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14.10.2015, 12:00 Uhr
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