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IS im Fadenkreuz der Fahnder

Die Türkei vermutet Terrorgruppe als Drahtzieher der Anschläge

Die türkischen Sicherheitsbehörden haben den Islamischen Staat (IS) als Verursacher der Selbstmordattentate von Ankara ausgemacht. Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am Sonntag in die Türkei.

13.10.2015
  • GERD HÖHLER

Ankara Bei der Suche nach den Drahtziehern des Terroranschlags in der türkischen Hauptstadt Ankara konzentrieren sich die Ermittler auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Bei dem Anschlag auf eine Friedensdemonstration, der am Samstagmorgen von zwei Selbstmordattentätern verübt wurde, sind nach Angaben der Regierung 97 Menschen getötet worden. Die pro-kurdische Partei HDP, einer der Organisatoren der Kundgebung für eine friedliche Lösung des Kurdenkonflikts, hatte zuvor sogar von 128 Todesopfern berichtet.

Welche politischen Folgen der bisher schwerste Terroranschlag in der jüngeren Geschichte der Türkei haben wird, ist noch gar nicht absehbar. Er vertieft jedenfalls zweieinhalb Wochen vor der Parlamentswahl die politischen Gräben. Manche Kommentatoren erwarten, dass nun in der Bevölkerung der Ruf nach einem "starken Mann" lauter werden könnte - eine Rolle, die Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gerne spielen möchte. Andere Beobachter rechnen mit der Möglichkeit, dass die HDP Zulauf bekommen könnte, da der Anschlag gegen deren Anhänger gerichtet war. Aus Angst vor weiterer Gewalt erwägt die Partei jetzt, alle Wahlkampfkundgebungen abzusagen. Erdogans islamisch-konservative Regierungspartei AKP will zunächst bis Freitag auf weitere Kundgebungen verzichten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel plant, am Sonntag nach Ankara zu reisen. Ganz oben auf ihrer Agenda dürfte das Flüchtlingsthema stehen. In Berlin hofft man auf mehr Kooperation der türkischen Regierung, um die Flüchtlingsströme zu kanalisieren. In der Türkei dürfte die Visite zwei Wochen vor der Parlamentswahl aber anders gesehen werden, nämlich als Unterstützung der Kanzlerin für Premier Ahmet Davutoglu und Präsident Erdogan.

Davutoglu sagte gestern dem türkischen Nachrichtensender NTV, es gebe Hinweise auf "eine bestimmte Gruppe". Bei den Ermittlungen habe der IS "die erste Priorität", so Davutoglu. "Es werden jetzt DNA-Tests durchgeführt", sagte der Ministerpräsident. Die türkischen Ermittler hätten bereits rekonstruiert, wie die Selbstmordattentäter zum Tatort gelangten.

Bisher hat sich niemand zu dem Attentat bekannt. Jedoch gebe es zahlreiche Parallelen zwischen dem Anschlag von Ankara zu einem Selbstmordattentat auf eine kurdische Versammlung in der Stadt Suruc im Juli, das ebenfalls dem IS zugeschrieben wird. Bei einem der beiden Selbstmordattentäter von Ankara soll es sich um Yunus Emre Alagöz handeln, berichteten türkische Medien unter Berufung auf Polizei- und Geheimdienstkreise. Er ist der Bruder von Seyh Abdurrahman Alagöz, der sich mit einem Komplizen am 20. Juli bei dem Anschlag in Suruc in die Luft gesprengt hatte. Bei dem damaligen Attentat wurden 32 Menschen getötet. Die Alagöz-Brüder sollen sich 2014 dem IS in Syrien angeschlossen haben. Nach dem Attentat von Suruc tauchte Yunus Emre Alagöz ab.

Die Türkei vermutet Terrorgruppe als Drahtzieher der Anschläge
Der IS hat "erste Priorität" bei den Ermittlungen zum Anschlag, sagte der türkische Premier Davutoglu. Foto: afp

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13.10.2015, 12:00 Uhr
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