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Viel Menschenkenntnis und ein langes Leben mit der Kunst

Die Tübinger Künstlerin Hilde Achstetter starb im Alter von 99 Jahren

24.08.2016

Tübingen.Nahezu ein ganzes Jahrhundert hat die Tübinger Künstlerin Hilde Achstetter erlebt. Geboren 1917 in Grabenstetten und in einer Pfarrersfamilie aufgewachsen, hat sie an der Werkkunstschule in Hildesheim studiert und ist neben ihrem engagierten Familienleben immer ihrer Liebe zur Kunst treu geblieben. In der reflektierten Auseinandersetzung mit dem beschleunigten Wandel der Kunststile hat sie eigene Positionen und Konstanten geschaffen und sich und ihre Kunst dabei dennoch immer wieder neu erfunden. So zeigt ihr Werk eine Vielfalt an gegenständlichen und abstrakten Bildern.

Ihre Druck- und Zeichentechniken hat sie bei den Gründern des Künstlerbunds Tübingen, Erich Mönch und Ugge Bärtle, gelernt und weiterentwickelt. 1972 ist sie dem Künstlerbund beigetreten und hat den Aufbruchsgeist der hier aktiven Künstler mit gelebt und weitergetragen und so bis ins hohe Alter die Künstlergemeinschaft bereichert.

Viele Jahre hat sie Erwachsene und Kinder in ihren Kursen zu selbständigem, schöpferischem Gestalten angeregt. Wie in ihrer eigenen Kunst hat sie dabei eine Verbindung geschaffen zwischen klaren Zielen und der großen Freiheit des künstlerischen Ausdrucks. Mit bleibender Verwunderung und Wertschätzung blickte sie vor allem auf die Ausdruckskraft, die Kinder in ihre Bilder legen. Ihr Blick ist immer offen geblieben, geprägt von einer erfahrungsreichen und einfühlsamen Menschenkenntnis. Ihre besten künstlerischen Jahre hätten, so meinte sie einmal, im Alter von 50 Jahren begonnen. Dann erst konnte sie die Fülle der gewonnenen Erfahrungen freier nutzen und ihren eigenen Ausdruck entwickeln, den sie ganz jenseits des „Gefälligen“ und „Gemachten“ sah. Aus den naturnahen gegenständlichen Aquarellen entwickelte sie abstrakte Kompositionen auf der Suche nach tieferen Strukturen und Ordnungen. Und so hat sie die Farben zum Leuchten gebracht, zart und kraftvoll und immer auf der Suche nach Intensität und Klarheit des Ausdrucks. Die Frage, wie es mit der Kunst weitergehe, hat sie mit der Wiederkehr des Gegenständlichen beantwortet und damit den Kreis geschlagen, der zeigt, wie nah bei ihr Leben, Form und Ordnung miteinander verknüpft waren.

Nun ist Hilde Achstetter im Alter von 99 Jahren verstorben. In ihrem langen, reichen und erfüllten Leben hat sie ihren und unseren Blick immer wieder auf die grundlegenden Strukturen und Konstanten der Welt und des Lebens, auf eine kosmologische Ordnung gelenkt und dabei viele Menschen mit ihrer großen Herzlichkeit beeindruckt.

Die Trauerfeier ist am morgigen Donnerstag, 25. August um 13 Uhr in der Waldkapelle des Bergfriedhofs.

Edeltraut Wetzel, Künstlerbund

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24.08.2016, 01:00 Uhr
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