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Masterplan

Die Stadt rückt ans Wasser

Der Neckar soll Teil des Stuttgarter Lebens werden. Mehr als 20 Projekte haben ein Ziel: die Uferbereiche zugänglich für die Bürger zu machen.

19.09.2017
  • DOMINIQUE LEIBBRAND

Stuttgart. Ein Vater und sein Sohn stehen mit hochgekrempelten Hosen im Wasser, stochern mit einem Stock im Schilf. Dahinter erstreckt sich ein kleiner Park mit vielen Sitzgelegenheiten und Stufen, die bis an den Fluss führen. Auf breiten Promenaden flanieren Fußgänger, während ein Touristenschiff vorbeigleitet, Paare liegen am Ufer im Gras und lesen Zeitung.

Was bislang nur in Visualisierungen besteht, soll in ein paar Jahren Realität sein. Den Neckar für die Bürger erlebbar zu machen, hatte sich Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) schon im Wahlkampf vorgenommen, jetzt soll sein Masterplan für „Stuttgart als Stadt am Fluss“ umgesetzt werden. „Stuttgart liegt am Neckar, man kommt nur so schlecht hin“, sagte er bei der Präsentation des Plans am Montag bei einer Schifffahrt auf dem Neckar. Das Gegenteil wünschen sich die Stuttgarter schon lange: Im jüngsten Bürgerhaushalt wurde mehrfach der Wunsch geäußert, den Neckar zugänglich zu machen. „Das kriegt man aus den Köpfen auch nicht mehr raus“, so der OB. „Wasser zieht die Menschen an.“

14,5 Millionen Euro zum Start

Mehr als 20 Projekte sind Teil des Masterplans, der bis zum Jahr 2035 Vorhaben und darüber hinaus weitere Ideen formuliert. Uferbereiche vom Wasen bis zur Wilhelma sollen dabei zu Treffpunkten umgestaltet, neue Anlagestellen für die Kreuzfahrt- und Tourismusschifffahrt geschaffen und Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Fünf Projekte, die die Neugestaltung erstmals richtig sichtbar machen werden, stehen dabei zunächst besonders im Blick. Sie sollen bis 2022 umgesetzt sein und sind mit 14,5 Millionen Euro auch bereits finanziert. Andere Maßnahmen sind noch im Stadium der reinen Vision, und wieder andere sind schon umgesetzt, dazu gehört beispielsweise der Travertinpark im Hallschlag.

Ziel sei, passgenaue Lösungen für Stuttgart zu finden, so Kuhn. Sprich: In Städten wie Tübingen oder Heidelberg, denen das Wasser in der Stadt Flair verleiht, holt man sich Anregungen, eins zu eins übertragen lässt sich deren Situation auf die Landeshauptstadt aber nicht. Zum einen fließt der Neckar nicht durch die Innenstadt, sondern im Grenzgebiet zu Stadtteilen wie Bad Cannstatt oder Mühlhausen. Zum anderen sind seine Ufer stark durch Gewerbe geprägt, das sich dort während der Industrialisierung wegen der guten Verkehrsbeziehungen und dem Wasser als Energielieferant ansiedelte.

Die Firmenflächen reichen teilweise direkt bis ans Wasser. Auch sonst herrscht auf den rund 20 Kilometern Neckar, die Stuttgart durchziehen, viel Tristesse. Viel Beton, viel Graffiti, Mauern und Straßen, die Wohngebiete vom Wasser trennen, und wenn's mal grün ist, ist es kaum erschlossen. Nur wenige der Flächen sind in städtischem Besitz, weshalb Kuhn für seine Pläne die Wirtschaft ins Boot holen will. „Wir haben hier eine lebendige Industrie, und das soll auch so bleiben“, betonte er dabei. Anrainern wie der EnBW oder Daimler geht es dabei freilich vor allem darum, die Funktionalität ihrer Flächen zu erhalten.

Die Bagger sollen ab Herbst 2018 anrollen. Das erste Projekt ist die Umgestaltung des Lindenschulviertels im Stadtteil Untertürkheim. Heute bietet der Uferbereich keine Flächen zum Verweilen. Die Planungen sehen eine breite Promenade mit vielen Sitzgelegenheiten und mit einer Öffnung zum dahinter liegenden Wohngebiet vor. Auch Gastronomie soll es geben – aus Platzgründen auf einem Schiff, das am Ufer ankert. Dafür gebe es schon Interessenten, sagte Wolfgang Maier, Leiter der Abteilung Landschaftsplanung und Grünordnungsplanung im Amt für Stadtplanung. Die Bauzeit soll laut Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne) etwas mehr als ein Jahr betragen.

Eines der öffentlichkeitswirksamsten Projekte betrifft den Cannstatter Wasen und das Neubaugebiet im Neckarpark. Das Wohngebiet wollen die Planer mittels einer Querung über den Wasen ans Wasser anschließen, so dass die Bewohner zu Fuß an den Fluss gelangen. Im Uferbereich soll der bestehende Dammweg zum Fußgänger- und Radfahrerweg aufgewertet werden, eine Promenade und eine Freitreppe, die im Fluss mündet, stehen ebenfalls auf der Agenda. Auch eine Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe sowie in weiterer Zukunft ein Biergarten sind angedacht. Das neue Wasenufer und die Querung sollen bis 2022 realisiert sein.

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19.09.2017, 06:00 Uhr
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