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Badisches Museum in Karlsruhe will Raritäten aus den Depots allen Bürgern zugänglich machen

Die Schätze sollen ans Licht

Das Karlsruher Schloss muss saniert werden. Das Badische Landesmuseum plant im Zuge der Renovierung eine kleine Revolution: ein Museum auf Abruf.

01.02.2016

Von SUSANNE KUPKE, DPA

Auch diese antike Statuette soll künftig in Karlsruhe bürgernah präsentiert werden. Foto: Uli Deck/dpa

Karlsruhe. . Was darf s denn sein: die mittelalterliche Holzmadonna, der reich verzierte Dolch oder doch die Ptah-Sokar-Osiris-Statuette aus dem ersten Jahrhundert vor Christus? In den deutschen Museen schlummern unzählige Schätze im Verborgenen.

Viel zu schade, findet der Direktor des Badischen Landesmuseums, Eckart Köhne. Er will die historischen Raritäten aus den Depots nicht nur ans Licht bringen. Sein Museum im Karlsruher Schloss will sich zu einem Nutzer-Archiv wandeln, eine Art "Museum auf Abruf". "Wir haben uns eine badische Museumsrevolution auf die Fahnen geschrieben", sagt Köhne.

Zum 100. Geburtstag in drei Jahren will sich die Institution grundlegend wandeln. "Jedes Sammlungsobjekt soll für alle Bürger öffentlich zugänglich sein", erläutert Köhne, der zugleich Präsident des Deutschen Museumsbundes ist. Schließlich seien die Bürger "Eigentümer der Sammlungen". Deswegen sei es nur konsequent, ihnen den Zugang zu ihrem eigenen kulturellen Erbe zu öffnen, meint der Museumschef. Jedes Objekt soll erreichbar sein. An Stelle der Eintrittskarte soll es künftig einen Nutzerausweis geben.

Die Pläne des elfköpfigen Projektteams sehen ab 2019/20 zudem eine Konzentration auf vier Themen vor, bei denen das Museum seine Stärken sieht: antike Kulturen, regionale und europäische Revolution, Baden und Weltkultur. Neben einer "Schausammlung" soll es zeitlich begrenzte Sonderausstellungen und - als Herzstück - eine "Expothek" geben. Letztere hat das Team so getauft, weil sie nicht nur ein Schau-Depot sein soll. "Die Dinge sollen zugänglich sein", betont Köhne. Trachtengruppen sollen sich anhand eines Originals im Museum genauso über eine bestimmte Nähtechnik informieren können wie Schreiner alte Kommoden anschauen und Schulklassen oder Bürger sich historische Waffen oder Geschirr zeigen lassen können. Direkt am Präsentationstisch, bei sehr wertvollen Objekten auch unter Glas, und bei schweren Möbeln in begehbaren Depots.

Alles aus den Depots soll ans Licht. Im Badischen Landesmuseum sind das schlappe 350 000 Originale. Gezeigt wird bis jetzt in der Dauerpräsentation oder in Sonderausstellungen nur ein Bruchteil: an die 13 000 Exponate.

Sogenannte Schau-Depots gibt es auch in anderen Museen. So radikal nutzerorientiert sind diese Konzepte jedoch nicht. "Das wird eine Herausforderung", sagt eine Historikerin des Deutschen Museumsbundes.

Die Karlsruher haben aus der Not eine Tugend gemacht: Das Schloss, in dem das Museum untergebracht ist, ist ein Sanierungsfall. Von der Bausubstanz über die Haustechnik, vom Brandschutz über die Energetik bis hin zur Konservierung - in die Sanierung und Erhaltung muss kräftig investiert werden. "Die Sanierung ist sowieso nötig", sagt Museumsdirektor Köhne. Durch das neue Konzept wird es ihm zufolge nicht teurer, nur anders.

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Erstellt:
1. Februar 2016, 08:30 Uhr
Aktualisiert:
1. Februar 2016, 08:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Februar 2016, 08:30 Uhr

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