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Doppeltes Entsetzen

Die SPD im Kreis ist schwer enttäuscht

Gleich zwei Mal stöhnten die rund 120 Besucher der SPD-Wahlparty im „Bahnhof“ gemeinsam auf: Das erste Mal bei der ersten Hochrechnung, das zweite Mal, als sie von der AfD überholt wurde.

13.03.2016

Von slo

SPD: Enttäuschung im Hauptbahnhof
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Enttäuschung herrschte vor bei der Wahlparty der SPD im Tübinger Hauptbahnhof. Video: Kessler

03:37 min

Tübingen. Der Schlag ins Gesicht der SPD war deutlich zu hören, als um 18.15 Uhr die erste Hochrechnung auf der Großleinwand zu sehen war: Ein lautes, enttäuschtes Stöhnen ging durch die Kneipe, jedes hoffnungsvolle Lachen war weg. Die Kandidatin Dorothea Kliche-Behnke reagierte geschockt. „Der Wahlkampf ist so gut gelaufen, wir haben viel Zuspruch bekommen.“ Sie hat deshalb damit gerechnet, dass die SPD an die 16 Prozent erreicht. Dass dieses Ziel weit verfehlt wurde, liegt ihrer Meinung nach daran, dass die Bevölkerung zwar die grün-rote Landesregierung „sehr positiv wahrnimmt“, dies aber vor allem den Grünen zurechnet.

Kurz danach wurde aus Enttäuschung Entsetzen: Die AfD hatte schon bei der zweiten Hochrechnung die SPD überholt. „Mir geht’s gar nicht gut“, sagte Martin Sökler, SPD-Fraktions-Chef im Tübinger Gemeinderat. „Es ist erstaunlich, wie das eigene Gefühl im Wahlkampf täuscht.“ Für ihn liegt das schlechte Ergebnis daran, dass es dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Nils Schmid, „den ich gut finde“, nicht gelungen sei, ein Thema zu finden, mit dem er bundesweit strahlen konnte. „Boris Palmer war während des Wahlkampfs ja öfter im Fernsehen als Nils Schmid.“ Sökler hoffte, dass Tübingen wenigstens das SPD-Mandat erhalten bleibe. Woran Kliche-Behnke selbst nicht so recht glauben wollte.

Als „dramatisch“ bezeichnete Tübingens Erste Bürgermeisterin Christine Arbogast das Ergebnis. „Die Leute glauben, die AfD könne die Flüchtlingsfrage lösen. Dabei geht es doch gar nicht darum, wie viele kommen, denn sie sind ja schon da. Da nützt es nichts, wenn man Fremdenhass schürt.“ Ihr Amts-Vorgänger, der Kiebinger Michael Lucke, der Kliche-Behnke mit einem „Wie furchtbar“ begrüßt hatte, fand seinen Humor schnell zurück: „Ich habe eine gute Nachricht. In Kiebingen hat die SPD die AfD geschlagen.“

Die SPD-Kandidatin Dorothea Kliche-Behnke (links hinten) war schwer enttäuscht: Sie hatte mit rund 16 Prozent gerechnet. Bild: Franke

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Erstellt:
13. März 2016, 22:00 Uhr
Aktualisiert:
13. März 2016, 22:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. März 2016, 22:00 Uhr

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