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Die Qual der Angehörigen
Am Jahrestag des Absturzes trägt ein Kind den Flugnamen auf der Backe. Foto: dpa
Auch zwei Jahre nach dem Absturz von Malaysia Airlines MH370 keine Gewissheit

Die Qual der Angehörigen

Zwei Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden von Flug MH370 gerät ein in Afrika angeschwemmtes Trümmerstück in die Schlagzeilen. Was passierte damals an Bord? Die Angehörigen leiden weiter.

08.03.2016
  • CHRISTIANE OELRICH, DPA

Kuala Lumpur. Aktuell gefundenes Wrackteil hin oder her, für die Angehörigen der Insassen von Flug MH370 sind die quälenden Fragen heute dieselben wie vor zwei Jahren: Was ist vor zwei Jahren mit der Boeing 777 der Malaysia Airlines geschehen? Was haben die 239 Menschen an Bord durchgemacht? Was in den zwei Jahren passiert ist:

Das Verschwinden 8. März 2014, 1.20 Uhr Ortszeit Malaysia: "Gute Nacht, Malaysian Drei Sieben Null." Das sind die letzten Worte aus dem Cockpit der Boeing 777, Malaysia-Airlines-Flug MH370. Die Maschine ist mit 239 Menschen an Bord in der Hauptstadt Kuala Lumpur gestartet und soll fünf Stunden später in Peking landen. Sie kommt dort nie an. Tage später legen Satellitenauswertungen nahe, dass die Maschine radikal den Kurs wechselte, stundenlang Richtung Süden flog und im Indischen Ozean abstürzte.

Die Suche Seit 2014 suchen Spezialisten mit Bergungsschiffen und unbemanntem Unterwasservehikel mehr als 2000 Kilometer westlich der australischen Stadt Perth nach dem Wrack. Es ist eine der am wenigsten erkundeten und unwirtlichsten Meeresgegenden mit häufigen Stürmen. Das Wasser ist dort bis zu 6000 Meter tief.

Wrackteile Im Sommer 2015 wird auf La Réunion vor Südostafrika eine zwei Meter lange, mit Muscheln überwucherte Flügelklappe angeschwemmt. Jetzt ist wieder ein Wrackteil an der Küste Südostafrikas aufgetaucht. Experten prüfen, ob es zum Flug MH370 gehört.

Die Theorien War ein Entführer an Bord? Die Piloten haben keinen Panik-Knopf gedrückt. Kam es zu einem katastrophalen Systemausfall? Die Piloten haben nie Instrumentenprobleme angezeigt. Wurde die Maschine versehentlich abgeschossen und es wird vertuscht? Da müssten sehr viele Geheimdienste unter einer Decke stecken und gemeinsam dicht halten. Hat ein Pilot die Maschine absichtlich ins Verderben gelenkt? Die abrupte Kursänderung, keine Kommunikation aus dem Cockpit - diese Theorie gilt als wahrscheinlichste, nicht erst seit der Germanwings-Tragödie im März 2015, als ein deutscher Copilot eine Maschine mit 150 Menschen an Bord nach Überzeugung der Ermittler in den französischen Alpen absichtlich zum Absturz brachte.

Vorwurf der Fahrlässigkeit

Entschädigung Die Entschädigung der Angehörigen von Flugzeugunfallopfern ist international geregelt. Rund 150 000 Euro stehen ihnen nach dem Montrealer Abkommen mindestens zu. Im Fall der Malaysia-Airlines-Boeing von Flug MH370 wollen sich viele Angehörige damit aber nicht zufrieden geben. Angehörige von zwölf Opfern klagten gegen die Fluggesellschaft, die Flugzeug- und Triebwerkshersteller Boeing und Rolls Royce sowie den Versicherer Allianz, wie ihr Anwalt Zhang Qihuai gestern mitteilte. Sie fordern bis zu 9,8 Millionen Euro pro Passagier.

Vorwürfe „Wir verklagen die Behörde für Zivilluftfahrt, die Einwanderungsbehörde, die Luftwaffe und die Regierung“, sagt Anwalt Gary Edward Chong aus Kuala Lumpur. „Wir werfen ihnen Fahrlässigkeit vor“ Den Behörden werfen die Anwälte vor, den Flug nicht richtig überwacht und zwei Passagiere mit gefälschten Pässen an Bord gelassen zu haben. Die Luftwaffe hatte das Flugzeug nach seiner Kursänderung zwar auf einem Radar gesehen, aber nichts unternommen. dpa

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08.03.2016, 08:30 Uhr
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