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Die Probleme werden immer größer
Dieter Zetsche bleibt optimistisch. Foto: Chris Ratcliffe/Bloomberg/Getty Images
Daimler

Die Probleme werden immer größer

Der Autobauer kämpft an vielen Baustellen. Im zweiten Quartal ging der Gewinn um fast 30 Prozent zurück. Das Gesamtjahr wird mau.

27.07.2018
  • THOMAS VEITINGER

Ulm. Daimlers Schwierigkeiten werden größer. „Die Automobilindustrie und damit auch wir haben eine Vielzahl von Problemen zu meistern“, sagte Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche gestern in einer Telefonkonferenz. So wurden wegen Lieferschwierigkeiten mehr günstigere Autos verkauft. Bei Auslieferungen kam es durch den massenhaften Abgastest WLTP zu Verzögerungen. Aufwendungen für Software-Updates bei Diesel-Fahrzeugen und ein Brand in einem US-Zulieferwerk mit verbundenen Produktionsausfällen sind weitere Gründe für die schlechteren Zahlen. Unterm Strich gab es im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Gewinnrückgang von knapp 30 Prozent.

„Das zweite Quartal war geprägt von verschiedenen externen Faktoren, die maßgeblichen Einfluss auf unser Ergebnis hatten“, fügte Finanzvorstand Bodo Uebber hinzu. In China etwa mussten höhere Rabatte gewährt werden, weil Kunden sinkende Zölle für Autos aus Europa für ihre Preisverhandlungen bei den Händlern nutzten.

Gleichzeitig stieg aber der Absatz im Konzern leicht auf 833 000 Fahrzeuge an. „Unser Ergebnis sowie die gute Liquiditäts- und Finanzsituation ermöglichen uns auch weiterhin, in die Zukunft und in neue Technologien zu investieren“, gab sich Uebber optimistisch. „Dass Kunden preiswertere Modelle angeboten werden, weil sich teurere gerade nicht liefern lassen, ist nur ein vorübergehendes Problem“, beruhigte Zetsche. „Das wird sich wieder auflösen.“ Erst im vierten Quartal soll wieder Besserung eintreten, Rückstände dürften dann abgearbeitet werden, sagte Zetsche. Die Gewinnprognose für 2018 korrigierte Daimler nach unten, Absatz und Umsatz sollen leicht zunehmen.

Jose Asumendi, Analyst bei der US-Großbank JP Morgan, sprach in einer ersten Einschätzung von einem schwierigen Quartal für Daimler. An der Börse fielen die schwächeren Zahlen aber kaum ins Gewicht, da die Erleichterung über die Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und der EU überwiegte. Drohende US-Zölle auf Autos sind nach Auffassung von Brüssel vorerst vom Tisch. Sie hätten gerade die deutsche Autobranche stark belastet.

Vergangenes Jahr hatte Daimler noch mit Rekordzahlen geglänzt, zuletzt wuchsen allerdings die Probleme. „Der Gegenwind ist enorm“, sagte Zetsche. Aber man komme voran. Daimler investiere dabei nicht nur in die Entwicklung von Elektroautos und autonomes Fahren, sondern auch in alternative Mobilitätskonzepte – etwa Mitfahr- und Car-Sharing-Dienste.

Darüber hinaus will sich der Konzern mit einer neuen Organisationsstruktur „für den rasanten Wandel der Mobilitätsbranche und den damit verbundenen strategischen Herausforderungen“ aufstellen, sagte Aufsichtsratschef Manfred Bischoff. Dazu wurden vor einem Jahr Überlegungen für eine Holding vorgestellt. Unter dem Dach der Daimler AG könnten die Sparten Mercedes-Benz (Auto), Truck (Lastwagen und Busse) und Mobility (Finanzdienstleistungen) selbstständiger und flexibler von dem Jahr 2020 an agieren, beschlossen der Vorstand und Aufsichtsrat gestern. Das letzte Wort werden aber die Aktionäre im Mai kommenden Jahres haben. Zu einem Verkauf einer Division soll es nicht kommen, sagte Zetsche. Den Mitarbeitern in Deutschland hat der Konzern zugesichert, ihre Jobs bis mindestens Ende 2029 zu erhalten.

Den Interessenausgleich mit den Mitarbeitern im Zuge des Umbaus hatten Vorstand und Betriebsrat ebenfalls schon vor einem Jahr ausgehandelt. Die Vereinbarungen seien in Deutschland einmalig, sagte Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht. Neben der Jobgarantie und der Fortsetzung der Ergebnisbeteiligung bis zum Jahr 2025 geht es darum, dass die Mitarbeiter künftig bei Investitionen mitreden dürfen und bei der Frage, ob Komponenten selbst produziert oder zugekauft werden sollen. Zudem hat Daimler Investitionen in die deutschen Standorte von 35 Mrd. EUR zugesagt. Unter anderem sollen am Stammsitz in Untertürkheim und in Sindelfingen Batteriewerke gebaut werden.

Ein Problem sieht Zetsche bei der Versorgung mit Batterien für den Elektroantrieb. „Dabei ist die Autoindustrie nicht ganz unschuldig, die plötzlich mehr Batterien braucht.“ (mit dpa)

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27.07.2018, 06:00 Uhr
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