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Die PS-Show geht weiter
VDA-Chef Matthias Wissmann: Hardware-Nachrüstung zur Reduzierung der Stickoxid-Emissionen ist bei vielen Fahrzeugen nicht möglich. Foto: dpa
IAA

Die PS-Show geht weiter

Der Diesel-Krise zum Trotz: VDA-Chef Matthias Wissmann gibt sich unverdrossen zuversichtlich und spricht von einer neuen mobilen Identität der weltgrößten Automesse.

12.09.2017
  • ROLF OBERTREIS

Die weltgrößte Automesse öffnet von morgen an ihre Pforten: 994 Aussteller und damit 100 weniger als vor zwei Jahren zeigen ihre Neuheiten. Eine ganze Reihe namhafter Firmen hat ihre Teilnahme an der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt abgesagt. Dazu gehören unter anderem Peugeot, Nissan sowie die Nobeltochter DS von Citroën.

Auch das US-Unternehmen Tesla, das um sein Model 3 einen riesigen Marketing-Hype entfacht hat, ist in Frankfurt nicht vertreten. Die offizielle Begründung lautet: Man sei kein traditioneller Fahrzeugbauer und nicht auf die Veranstaltungen der Branche fixiert. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Die groß angekündigte Massenproduktion des bislang hoch defizitären US-Autobauers findet bisher im Schneckentempo statt.

Die Abwesenheit solch prominenter Firmen trägt Matthias Wissmann, Präsident des Automobilindustrie-Verbandes VDA, mit äußerlicher Gelassenheit. Die IAA bleibe trotzdem nicht nur die weltweit wichtigste Automesse, sondern sei „als wichtigste Mobilitätsmesse der Welt längst mehr als nur eine Autoshow“. Im Mittelpunkt stehe der Megatrend Digitalisierung und der „Hochlauf“ der alternativen Antriebe. „Das Auto der Zukunft fährt automatisiert, vernetzt und emissionsfrei.“ Die IAA startet am heutigen Dienstag zunächst für Journalisten, am Donnerstag eröffnet Bundeskanzlerin Angela Merkel die Messe.

Mit Blick auf die Elektromobilität freilich werden die erwarteten gut 800 000 Besucher auf der IAA nur 30 Modelle deutscher Hersteller zu sehen bekommen, die heute schon zu kaufen sind. Dem stehen Wissmann zufolge rund 500 Modelle mit Verbrennungsmotor gegenüber. Die deutschen Konzerne würden aber bis zum Jahr 2020 rund 40 Mrd. EUR in alternative Antriebe investieren, die Zahl der E-Modelle werde dann auf 100 steigen.

In Europa hätten deutsche Hersteller bei Elektroautos schon heute einen Marktanteil von 50 Prozent, in Deutschland werde deren Anteil an den Neuzulassungen bis zum Jahr 2025 auf 15 bis 25 Prozent steigen. Obendrein stecken die deutschen Hersteller laut Wissmann in den nächsten drei Jahren mehr als 16 Mrd. EUR in das vernetzte und automatisierte Fahren.

Auf der IAA, die in ihrer 67. Ausgabe auch durch Firmen wie Facebook oder Google und durch die Verbindung von Auto, Fahrrad, Bus, Taxi und Bahn eine „neue Identität von Automessen“ bringen werde, gibt es Wissmann zufolge gleichwohl wieder ein „Innovationsfeuerwerk wie bei keiner anderen Messe“. 363 neue und innovative Modelle, darunter 228 Weltpremieren, würden vorgestellt, 52 mehr als bei der letzten Schau vor zwei Jahren.

Das Ende des Diesel sieht der VDA-Präsident noch lange nicht gekommen. „Wenn wir in Europa die Baustelle Stichoxide gelöst haben, wird der Diesel weiter eine erhebliche Rolle spielen. Es wäre strategisch falsch, jetzt auf den Diesel zu verzichten. Wir brauchen die ganze Palette von Antrieben.“ E-Autos hätten in Zukunft aber sicher die größeren Chancen.

Der VDA-Präsident versicherte, dass die Hersteller ihre Zusagen für das Software-Update von Diesel-Autos einhalten werden. Die Updates müssten aber zunächst vom Kraftfahrbundesamt genehmigt werden. Bis 2019 könnten durch die Updates, durch die übliche Flottenerneuerung und die Prämien der Hersteller die Stickoxid-Emissionen um 12 bis 14 Prozent gesenkt werden. Skeptisch ist Wissmann mit Blick auf die Hardware-Nachrüstung zur Reduzierung der Stickoxid-Emissionen. Bei vielen Fahrzeugen sei dies gar nicht möglich, bei anderen sehr aufwendig. Auch solche Lösungen müssten von den Behörden erst genehmigt werden.

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12.09.2017, 06:00 Uhr
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