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Die Mutter des Mannes, der Mohamed und Elias getötet hat, spricht über ihren Sohn
Die Mutter hatte die Sachen ihres Sohnes nicht durchsucht: Spurensicherung im Zimmer des Verdächtigen im Mordfall Mohamed. Foto: dpa
"Er konnte mir das nicht erklären"

Die Mutter des Mannes, der Mohamed und Elias getötet hat, spricht über ihren Sohn

Wie ist das, wenn der eigene Sohn ein Kind tötet? Die Mutter des Mannes, der Mohamed und Elias umgebracht hat, versteht nicht, was geschehen ist.

14.12.2015
  • DPA

Kaltenborn. Warum nur? Die 53-jährige Mutter des mutmaßlichen Täters in den Mordfällen Mohamed (4) und Elias (6) hat keine Erklärung für das Verhalten ihres Sohnes. "Da sind so viele Warums, auf die ich keine Antworten habe", sagte sie dem "Spiegel". "Das Ganze lässt sich nicht erklären."

Als ihr 32-jähriger Sohn ihr auf Nachfrage zugegeben habe, im Fall Mohamed der Gesuchte zu sein, habe sie wissen wollen, warum. "Aber er konnte mir das nicht erklären. Er sagte nur, er habe das nicht geplant."

Der Flüchtlingsjunge ist Anfang Oktober in Berlin vom Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) entführt und einen Tag später erdrosselt worden. Der 32-Jährige gestand, den Jungen missbraucht und getötet zu haben. Später gab er zu, er habe auch den seit Juli in Potsdam vermissten Elias umgebracht. In beiden Fällen waren seiner Aussage zufolge sexuelle Motive im Spiel.

Sie verstehe nicht, sagte seine Mutter, warum sie nichts von Mohamed mitbekommen habe, als der Tatverdächtige ihn mit in das Elternhaus gebracht hatte. "Kein Kindergeschrei, kein Fußgetrappel. Nichts", sagte die Frau, die mit ihrem 73-jährigen Mann in Kaltenborg (Brandenburg) lebt. "Ich hätte auch erwartet, dass unser Hund anschlägt. Gar nichts."

Der Polizei hat der 32-Jährige gestanden, er habe mit Mohamed zuerst ferngesehen, dann seien sie eingeschlafen. Am nächsten Tag habe er ihn missbraucht und, weil er gequengelt habe, mit Chloroform, das er im Internet bestellt hatte, betäubt. Später habe er ihn erdrosselt. Die Leiche des Jungen versteckte er in einer Plastikwanne und schüttete Katzenstreu darüber.

Auf dem Rechner des Mannes sehen Ermittler laut "Spiegel", dass er in Chatforen für Kinder verkehrte. Sein Schrank im Obergeschoss enthält Kinderkleidung. "Ich habe davon nichts gewusst", sagte die Mutter. Ihr Sohn sei erwachsen, sie habe seine Sachen nicht durchsucht.

Sie denke oft an die Familien der Jungen, sagte die Frau. "Mir tut es in der Seele weh, dass sie ihre Kinder verloren haben. Und das noch auf eine Weise, die nicht auszuhalten ist."

Die Mutter hatte ihren Sohn auf Fahndungsbildern erkannt. Sie rief die Polizei. "Ich verdiene kein Lob", sagte sie. Ihr Sohn hätte sich ohnehin gestellt, glaubt sie. In ihrem Dorf erfahre sie Unterstützung - anders als erwartet. "Einige bleiben auf der Straße einfach stehen und nehmen mich in den Arm."

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14.12.2015, 08:30 Uhr
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