Elegante Damen, sportliche Männer

Die Modetrends fürs kommende Jahr

Für Frauen zeigen die modischen Wegweiser im kommenden Jahr in Richtung Stil und Eleganz, Männer bewegen sich zwischen Ethno und Sport mit einem Schuss Exzentrik. Das Modejahr 2012 im Überblick.

30.12.2011

Von SWP

Berlin In der Damenmode hielten sich die Designer im gerade zu Ende gehenden Jahr 2011 mit wagemutigen Veränderungen weitgehend zurück. Was sie in ihren Defilees für Frühjahr und Sommer 2012 präsentierten, war zumeist eine Weiterentwicklung bestehender Trends. Mit Begriffen wie "Stil" und "Eleganz" lassen sich verschiedene Tendenzen verbinden.

50er Look: Die wohl charmanteste Interpretation von Eleganz liefern die 1950er Jahre. Sie erleben 2012 eines ihrer vielen Comebacks. Die schwingenden Röcke, die kurzen, kastigen Jacken, die kleinen Vichy-Karos oder die Blusen mit den Bubi-Kragen, dazu Accessoires wie Kopftuch und Schmetterlingsbrille bewegen sich oft ein bisschen an der Grenze zum Kitsch. Bonbon-Töne: Ganz so leuchtend wie 2011 wird die Mode zwar nicht mehr, aber auch im kommenden Jahr darf Farbe nicht fehlen. Passend zum 50er-Jahre-Thema sind die zuckersüßen Bonbon-Töne stark vertreten: Minzgrün, Vanillegelb, Babyblau, Aprikose oder Rosarot. Sie lassen sich auch mutig untereinander kombinieren.

Drucke: Muster dürfen 2012 ruhig spektakulär sein. Das Schweizer Label Akris zum Beispiel zeigte ebenso wie der Belgier Dries van Noten fotorealistische Drucke. Dolce & Gabbana und Moschino bildeten in Mailand großflächig Gemüse ab. Raf Simons bringt für Jil Sander wuchtige Paisleymuster ins Spiel. Auf Pradas Mode "parken" sogar US-Straßenkreuzer.

Edler Stoff: Seide wird schon deshalb ein ganz wichtiger Stoff im nächsten Jahr sein, weil ihn Balenciaga groß auflegt. Das Pariser Label gilt als stilprägend, naturgemäß folgen viele andere Modeanbieter seinen Vorgaben.

Glanz, Fransen und Federn: Mit Zitaten aus den 1920er Jahren bekommt die Eleganz eine glamouröse Note. So trumpften in vielen Kollektionen Hängerkleidchen auf, die an den frechen Stil ("Flapper") junger Frauen jener Epoche erinnern. Frauen also, die sich mit ihren kurzen Haaren und den von allen Korsett-Elementen befreiten Kleidern über die Regeln der Zeit hinwegsetzten. 2012 zeigt sich dieser Look von seiner glänzenden Seite. Es gibt viele Pailletten, die in grafischen Mustern gebändigt werden. Dazu metallisch schimmernde Flächen, aber auch Fransen und Federn.

CÉLINE]Auch für den modebewussten Mann haben sich die Designer von Mailand über Paris bis nach New York einiges einfallen lassen. Die Zeiten, in denen für ihn deutlich weniger geboten war als für sie, sind längst vorbei. Olympische Zeichen: Sport ist aus der Männermode nicht wegzudenken. Schon gar nicht in einem Jahr, das mit den Olympischen Spielen in London ein Großereignis im Kalender hat. Nylon-Shirts und -Mäntel oder Jogging-Blousons gehören zur Grundausstattung des sportlichen Mannes. Von Prada kann er in bunten Farben interpretierte Golfschuhe bekommen, bei Frankie Morello Fahrradtrikots und bei Moncler Gamme Bleu Kleidungsstücke, die an Fechter erinnern. Die Engländerin Vivienne Westwood lässt alle wie Gewinner aussehen - und bedruckt T-Shirts mit einem Medaillensatz.

Öko-Chic: Ethno und Öko stehen für zwei Themenbereiche, die sich in ihren Grundzügen ähneln. Zum Beispiel beim starken Einsatz von Leinen oder in Batik-Optik. Grobe Strickelemente sind hier im nächsten Frühjahr ebenso zu finden wie Hemden mit verwaschenen Drucken oder Naturmotiven. Der neue Öko-Typ kombiniert zum Beispiel eine Latzhose zu einem schönen Sakko. Trendfarbe: Blau ist eine Farbe, zu der Männer im Allgemeinen recht schnell Zugang finden. Im Frühjahr/Sommer 2012 wird sie in nahezu allen Schattierungen und für praktisch jedes Kleidungsstück geboten.

Bunte Hemden: Das Sommerhemd kann im nächsten Jahr nicht bunt und wild gemustert genug sein. Versace zum Beispiel reanimierte die üppigen barocken Drucke, mit denen das Label unter seinem Gründer Gianni Versace einst berühmt wurde. Etro bevorzugt maritime Motive, Prada unter anderem Comic-Figuren, Moschino Palmen und der Belgier Dirk Bikkembergs knackige Tomaten.

Accessoires: Taschen waren lange eine Domäne der Damenmode. Doch die Männer holen stark auf. Zum einen gilt es, neue technische Begleiter einzukleiden: So bringt nicht nur Jil Sander Taschen fürs iPad und die anderen flachen Tablet-Computer in den Handel. Zum anderen möchte manch ein modisch aufgeschlossener Mann seine Kleidung mit dem passenden Accessoire abrunden. Ob geräumiger Shopper, markanter Rucksack, edle Business-Tasche oder praktischer Trolley: Eine Tasche gehört laut Designer zu jedem Outfit. dpa

Die Damenmode für die Saison Frühjahr/Sommer 2012 (obere Reihe) zeigt zwar eine bunte Vielfalt an Farben und Formen, insgesamt aber wenig Neues. Der modische Mann (unten) darf 2012 dagegen gern ein bisschen exzentrisch daherkommen, um auf sich aufmerksam zu machen. Fotos: dpa

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Erstellt:
30. Dezember 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
30. Dezember 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 30. Dezember 2011, 12:00 Uhr

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