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Tag der Wassermusik

Die Mini-Rock-Festival-Fans feiern auch bei sengender Hitze

Trotz sengender Hitze kamen am Wochenende mehrere Tausend Besucher zum Mini-Rock-Festival in Horb. Schon Donnerstagabend herrschte ausgelassene Stimmung.

02.08.2013

Von dUNJA bERNHARD

Horb. Beim Karaoke-Wettbewerb am Donnerstagabend sei es total abgegangen, sagt Benjamin Breitmaier, Mitorganisator des Festivals. Sie hätten vier Stunden lang 56 Lieder gespielt und jeder sei gefeiert worden. Egal ob er gut singen konnte oder nicht. „Das Publikum hat gepumpt.“ Zum Abschluss habe ein Chor aus 80 Leuten auf der Bühne gestanden und zusammen gesungen.

Viele Festivalbesucher reisten schon am Donnerstag an. Drei Stunden mussten sie in der prallen Sonnen anstehen, um auf das Festivalgelände zu gelangen, erzählt Laurin aus Villingen. Die gleiche Erfahrung machte auch Lukas. „Das war sehr schlimm“, sagt er. Abends hatte er sich so weit erholt, dass er am Flunkyball-Turnier teil nahm und bis ins Achtelfinale kam. Ihr eigenes Flunkyball-Turnier haben Laurin und seine Freunde gemacht. Das sei ein nettes Trinkspiel, bei dem die beiden rivalisierenden Mannschaften versuchen, eine Bierflasche mit einer anderen umzuwerfen. Wer das schafft, darf so lange trinken, bis die andere Mannschaft die Flasche wieder hingestellt hat. „So macht Saufen Spaß“, findet Laurin.

Außerdem gefällt ihm das lässig lockere Leben. „Am Wochenende mal was anderes machen, ohne strenge Regeln“, schätzt Linda an dem Festival. Sie ist schon zum dritten Mal da. Die Toleranz untereinander sei sehr groß. Es gebe alles von „Hipps bis zu Ökos“.

Während die fünf Jungs der Band „Nora“ das Festival musikalisch auf der Hauptbühne vor rund 40 Fans eröffnen, tummeln sich die meisten Festivalbesucher noch im Neckar oder auf der anderen Uferseite im Schatten. Mit T-Shirts und Shorts sind viele ins kühle Nass gesprungen. Mit Bierfässle und -dosen lassen sie sich stromabwärts treiben. Andere sitzen auf ihren Campingstühlen im Wasser und kühlen Füße und Getränke. Gestandene Männer spritzen andere mit Schaumstoffpistolen nass. Keiner beschwert sich.

Wasser ist überall beliebt. Bei dem Stand der AOK machen viele bei einem Gewinnspiel mit, nur um anschließend in den Genuss einer Gartenschlauchdusche zu kommen. Auch bei „Jim Beam“ holen die Mitarbeiter den Gartenschlauch heraus und wässern damit nicht nur die Joy Ride, eine überdimensionale Wasserrutsche.

Auf der Zeltbühne pulsieren mittlerweile „Sacrety“ aus Oberndorf. Im vermeintlich kühlen, weil schattigen Zelt ist deutlich mehr los. Zu der Mischung aus New Metall und Hardcore tanzen und hüpfen die vorderen Reihen ausgelassen. „Ich will, dass ihr total durchdreht“, ruft der Frontsänger Fabian Häckel. Die Fans geben noch einmal alles. In den hinteren Reihen dient das Programmheft als Fächer. Auch wer ruhig dasteht, dem läuft der Schweiß. Zugaben gibt es keine, auch wenn die Fans sie fordern. Auf der anderen Bühne steht schon die nächste Gruppe bereit.

Mit markantem Schlagzeug-Beat macht die Band „John Coffey“ auf sich aufmerksam. Zuhörer drängen sich zunächst nur im Schatten vor der Bühne. Die Band geht trotzdem voll ab. Ihr Sänger David Achter De Molen springt in die Menge und heizt ordentlich ein. Wieder auf der Bühne spritzt er sich mit einem Gartenschlauch Wasser ins Gesicht und in die dankbare Menge. Kaum zu glauben, dass bei dieser Hitze Fans in Tiger-, Krokodil- oder Bananenkostümen herumlaufen. Das Bananen-Outfit habe er sich mal für die Fasnet gekauft, sagt Kai aus Horb. Mittlerweile sei es auf dem Mini-Rock-Festival zu seinem Markenzeichen geworden. Er ist zum fünften Mal dabei.

Anderen reicht als Bekleidung ein Bikini oder eine Badehose. Die Teile sind noch nass vom Neckarbad und hinterlassen feuchte Abdrücke auf dem Asphaltboden im Zelt. Dort rocken „Schmutzki“ mit deutschen Texten. Sie verteilen Freibier und rufen die schwitzenden Fans zum Ringtanz mit dem ersten Refrain auf. Doch so lange wollen die nicht warten und legen gleich los. „Ich habe überall Gänsehaut, obwohl mir noch nie so warm war“, ruft Beat Schmutz begeistert. Er kann noch zwei Zugaben geben, weil die Jungs von „257ers“ auf sich warten lassen.

Vor der Hauptbühne haben sich mittlerweile rund 300 Fans versammelt, weitere sitzen in den schmalen Schatten der Absperrgitter.. Und es kommen immer mehr. Zum ersten Mal an diesem Nachmittag wird es richtig voll vor der Bühne und schon mit dem ersten Rap gehen im Publikum die Hände hoch. „HRNSHN“ skandieren sie textsicher. Und die Party geht weiter bis nachts um drei.

Viele Besucher des Mini-Rock-Festivals suchten Abkühlung im Neckar. So voll war es dort schon lange nicht mehr. Bilder: Kuball

David Achter De Molen von „John Coffey“ sorgte auch für Abkühlung.

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Erstellt:
2. August 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
2. August 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. August 2013, 12:00 Uhr

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