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Perspektiven

Die Lebensader

Naherholungsgebiet, Lebensraum, Sportplatz oder Grenzüberwinderin? Die Donau rund um Ulm kann einiges sein. Über einen Fluss mit vielen Facetten.

07.09.2019

Von KATRIN STAHL

Ulm. Die Donau gehört zur Stadt – da sind sich Ulmer und Neu-Ulmer einig. Und doch verbindet jeder mit dem Fluss etwas anderes. Eine Betrachtung aus vier verschiedenen Perspektiven.

Die Donau als Naherholungsgebiet „Die Freizeitangebote an der Donau rund um Ulm und Neu-Ulm sind vielfältig“, sagt Wolfgang Dieterich, Geschäftsführer der Ulm/Neu-Ulm Touristik GmbH. Besonders beliebt bei Ausflüglern ist der Donau-Radweg. Beide Städte sind Mitglied bei „Danube Pearls“, einem Netzwerk für nachhaltige Mobilität und Tourismus entlang der Donau. Außerdem: „Im Donau-Schwäbischen Zentralmuseum kann man sich über die Geschichte der Donauschwaben informieren, und im Ulmer Tierpark gibt es einen begehbaren Donau-Tunnel.“ Die Ausbildung zum „Danube Guide“ haben bisher drei städtische Gästeführer absolviert. Das Ziel des Projektes, das von der EU gefördert wird: Die natürlichen und kulturellen Hintergründe der Region und der Donau vermitteln. Dazu gehören auch Feste und Feiern. „Beispiele sind die Lichterserenade oder das Nabada“, sagt Dieterich, „und natürlich das Donaufest.“

Die Donau als Lebensraum Biber, Prachtlibelle oder Wasseramsel – zahlreiche Tiere finden an und in der Donau rund um Ulm ein Zuhause. Ein Vogel, der in den vergangenen Jahren immer wieder hier aufgetaucht ist: der Mittelsäger. „Diese Art ist besonders farbenprächtig“, erzählt Wiltrud Spiecker von der Ortsgruppe Ulm/Neu-Ulm des Naturschutzbundes (Nabu), „das war eine echte Attraktion für viele Ornithologen.“ Fühlen sich die Tiere nicht durch Menschen gestört? Nur wenn diese sich sehr leise nähern, etwa per Stand-up-Paddling, erklärt Spiecker, „bei lauten Motorgeräuschen haben sie Zeit, sich zurückzuziehen“. Auch Ulrich Müller, Regionalvorsitzender vom Bund für Umwelt und Naturschutz Donau-Iller weiß um die Besonderheit des Flusses. Der Regionalverband organisiert rund um die Donau Naturschutzprojekte. „Zusammen mit Schulklassen führen wir am Lichternsee Pflanzaktionen durch“, nennt Müller ein Beispiel.

Die Donau als Sportplatz Was die Donau rund um Ulm so besonders macht? „Sie liegt direkt vor der Haustür“, sagt Charles Rhoades, „außerdem fahren hier keine großen Schiffe.“ Rhoades ist Erster Vorsitzender der Ulmer Kanufahrer, einem Verein mit rund 400 Mitgliedern. Ob Kanu oder Kajak, ob Slalom oder Abfahrt – das Angebot für Wassersportler ist groß. Auch ein Drachenbootverein ist auf dem Gelände der Kanufahrer zu finden. Für Wettkämpfe und Meisterschaften reisen die Vereinsmitglieder durch ganz Deutschland. Trainiert wird aber immer auf der heimischen Donau. Dank der Strömung friert der Fluss nicht zu.

Die Donau als Grenzüberwinderin „Die Donau war und ist ein Kultur-Fluss“, sagt Ivo Gönner. Der ehemalige Oberbürgermeister von Ulm kann viel über die Bedeutung des Flusses erzählen: „Er symbolisiert in ganz besonderer Weise die Bedeutung der Ost-Erweiterung – inklusive all ihrer Schwierigkeiten und Rückschläge.“ Seit einigen Jahren gibt es den Rat der Donaustädte. Die Mitglieder kommen regelmäßig zusammen. Das Ziel der Treffen: Solidarität zeigen, den Austausch fördern und eine gemeinsame Stimme erhalten – auch als Sprachrohr gegenüber der Europäischen Union. Auch über den Rat hinaus hat der Fluss die unterschiedlichen Donau-Städte näher zusammengeführt. Über private Initiativen oder den Austausch der Hochschulen. Wenn es um Ulm und Neu-Ulm geht, sieht Gönner die Donau als verbindenden Fluss an. „Schließlich profitieren beide Städte von der guten Lage am Wasser.“

Die Donau prägt das Stadtbild von Ulm (links) und Neu-Ulm. Foto: Timo Czerwonka

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Erstellt:
7. September 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
7. September 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. September 2019, 06:00 Uhr

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