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Sonniger Südwesten

Die Landesregierung will den Photovoltaik-Ausbau steigern

Das Ziel, die Solarstrom-Fläche auf landeseigenen Dächern bis 2020 zu verdoppeln, wird wohl erreicht.

04.07.2018

Von Jens Schmitz

Eine Solaranlage auf dem eigenen Dach lohne sich, sagt Umweltminister Franz Untersteller (Grüne). Vor allem dann, wenn man den Strom speichere und selbst verbrauche. Foto: Patrick Pleul/dpa

Stuttgart. Die Landesregierung will dem lahmenden Ausbau der Photovoltaik auf die Sprünge helfen. Drei Förderprogramme und fünf weitere Instrumente gehören zur „Solaroffensive“, deren Stand Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) am Dienstag erläutert hat. Die Regierung ist guten Mutes – trotz Gegenwinds aus Berlin. „Baden-Württemberg, wir erleben es ja gerade in diesen Tagen ganz besonders, ist ein Land, in dem die Sonne scheint“, erklärte Untersteller im Pressezentrum des Landtags, vor dessen Türen 27 Grad herrschten. Das Land sei ausgezeichnet geeignet, Strom und Wärme über Solarenergie zu erzeugen. „Wir haben deshalb auch entsprechend ambitionierte Ziele in der Vergangenheit formuliert.“

Unterstellers Kabinettsvorlage zufolge wuchs bis 2010 die Photovoltaikleistung stark; der Zubau betrug zuletzt 1121 Megawatt. Danach sei aber „ein nahezu vollständiger Einbruch“ eingetreten. Grund seien die Novellen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Bund.

Einschnitte bei der Vergütung und Belastungen für den Eigenverbrauch haben die Attraktivität von Solarstrominvestitionen genauso geschmälert wie Begrenzungen beim Ausbau von Freiflächenanlagen: 2016 wurden nur noch 143 Megawatt installiert. 2017 verzeichnete eine zaghafte Trendwende: Gesunkene Installationspreise für Neuanlagen und niedrige Produktionskosten für den Strom selbst machten Solarenergie wirtschaftlich attraktiv, so der Minister.

Es rechne sich, eine eigene Photovoltaik-Anlage aufs Dach zu setzen, sie mit einem Stromspeicher zu kombinieren und den Strom selbst zu nutzen. Deshalb und im Interesse des Klimaschutzes wolle die Landesregierung versuchen, den Ausbau wieder in Gang zu bringen.

Nachfrage ist hoch

Den Kern des Acht-Punkte-Projekts bilden drei Förderprogramme. Das Programm „Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher“, das Investitionen in Solarspeicher bezuschusst, erfreue sich einer Nachfrage „wie geschnitten Brot“, sagte Untersteller. Im Programm „Energieeffiziente Wärmenetze“ wurden 36 Projekte seit 2016 mit sieben Millionen Euro gefördert. Für den Wettbewerb „Regionale Photovoltaiknetzwerke“ konnten bis Ende Februar 2018 Anträge eingereicht werden; die ersten Projekte sollen im Sommer starten. Zu den weiteren Vorhaben gehören Mieterstrommodelle und der Ausbau der Photovoltaik auf landeseigenen Dächern und Flächen. Das Ziel, die 50 000 Quadratmeter aus dem Jahr 2010 bis 2020 zu verdoppeln, wird wohl erreicht: Ende 2017 waren 97 500 Quadratmeter installiert. Bis Ende 2018 soll das Finanzministerium deshalb Zielvorgaben für die Zeit nach 2020 vorlegen. Im Beratungsbereich will das Umweltministerium den Energieatlas fortentwickeln. „Wenn Sie heute mal schauen, jetzt um die Mittagszeit“, sagte Untersteller: Etwa 45 Prozent des Strombedarfs werde durch die Photovoltaik abgedeckt. „Wohlgemerkt – an einem sonnigen Tag.“

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Erstellt:
4. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
4. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. Juli 2018, 06:00 Uhr

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