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Bahn berechnet S 21 neu

Die Kosten für die größten Baurisiken stehen fest

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 soll klar im festgelegten Kostenrahmen bleiben. Die Bahn stellte im Lenkungskreis neue Berechnungen vor.

24.09.2011

Von ANDREAS BÖHME

Stuttgart Die Bahn ist überzeugt, beim Bahnprojekt Stuttgart 21 mit den Baukosten unter dem Deckel von 4,5 Milliarden Euro zu bleiben. Denn in wenigen Wochen sind 90 Prozent aller Tunnelstrecken vergeben, damit stehen die Kosten für die größten Baurisiken fest. Bei den bisher vergebenen Arbeiten konnte der Kostenrahmen eingehalten werden, sagte DB-Technikvorstand Volker Kefer gestern beim Lenkungskreis aller Projektträger.

Das bislang mit 1,2 Milliarden bewertete Risiko wurde neu gerechnet und um Doppelzählungen korrigiert. Jetzt errechnet die Bahn lediglich eine Steigerung um 370 Millionen Euro. Lediglich 30 Millionen, so Kefer, sind bislang an Preissteigerungen angefallen. Damit bleibe das Projekt derzeit unter 4,08 Milliarden Euro, es stehe noch ein Risikopuffer von 400 Millionen unangetastet bereit, bevor die Schallgrenze von 4,5 Milliarden erreicht wird. Sie deckeln zu wollen hatten Stadt, Region und Landesregierung bereits angekündigt.

"Eine Punktlandung" sei die neue Berechnung, freute sich SPD-Fraktionschef und S-21-Befürworter Claus Schmiedel, "die befürchtete Kostenexplosion findet nicht statt." Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) ist dieser Puffer allerdings zu wenig.

Es fehlt in dieser Rechnung allerdings noch der Mehrpreis, der sich aus der Schlichtung ergibt und den die Bahn auf rund 80 Millionen Euro schätzt, darunter die Verpflanzung von Bäumen, die allein zehn Millionen kosten soll. Diese Verbesserungen am Projekt will die Bahn nicht allein tragen, Kefer fordert eine gesonderte Finanzierungsvereinbarung. Die Partner, also Land, Region und Stadt Stuttgart wollen sich nicht weiter engagieren. "Wir haben den fortdauernden Dissens festgestellt." Darüber und andere strittige Details soll ab kommender Woche ein Arbeitskreis debattieren.

Die grüne Landtagsfraktion prüft rechtliche Schritte, um die Bahn zu mehr Information zu zwingen. Sie verlangt, die Bahn soll die Mehrkosten aus der Schlichtung allein tragen. Die Bahn beklagte mangelnde Unterstützung seitens des Landes. Kefer: "Es gibt eine vertragliche Seite, die keinen Ausstieg vorsieht, und die politische. Wenn wir die nicht zur Deckung bringen, haben wir ein Megaproblem."

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Erstellt:
24. September 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
24. September 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. September 2011, 12:00 Uhr

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