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Die Klassiker funktionieren immer noch
Gutes Spielzeug regt die Fantasie von Kleinkindern an. Foto: © Sharomka/Shutterstock.com
Weihnachten

Die Klassiker funktionieren immer noch

Heiligabend rückt näher, und damit stellt sich für Eltern, Großeltern, Onkels und Tanten auch die Frage, was man den Kleinen schenkt. Bobby-Car und Bausteine sind Evergreens.

02.12.2017
  • JOHN WARREN

Ulm. Es kann eine Herausforderung sein, das richtige Spielzeug zu finden – besonders bei Kindern unter drei Jahren. Orientierung bei der Spielzeugauswahl bietet „spiel gut“. Der von der Industrie unabhängige Verein mit Sitz in Ulm entwickelt Ratgeber und zeichnet Spielzeug von guter Qualität aus. Neben dem grundsätzlichen Kriterium Sicherheit achtet „spiel gut“ darauf, ob Spielzeug kindgerecht ist. Ein Patentrezept sind die Empfehlungen nicht. Da jedes Kind einzigartig ist, gilt vor dem Spielzeugkauf: beobachten und einfach mal mitspielen.

Auswahl Während Eltern ihr Kind täglich sehen und sich leicht tun mit der Auswahl, haben es Großeltern schwerer. Vor allem, wenn sie den Enkel nur einmal im Monat treffen. Eine Einjährige ist beispielsweise von einem Brummkreisel fasziniert, kann ihn aber nicht selbst bedienen – das führt zu Frust. Hier gilt es zu beobachten: Mit welchem Spielzeug spielt das Kind schon? Interessiert es sich für Fahrzeuge, Tiere, Bälle?

Kinder in einem ähnlichen Alter können Anhaltspunkte liefern, sind aber keine Garantie – denn jedes Mädchen und jeder Junge hat seine eigene Entwicklung. Am einfachsten macht man es sich, wenn man bei den Eltern fragt, was sie gerne als Geschenk für das Kind hätten. Ingetraud Palm-Walter von „spiel gut“ rät allerdings dazu, auch eigene Akzente zu setzen: „Hört man nur auf die Eltern des Kindes, kann das zu einseitigen Geschenkefeldern führen.“

Die Klassiker Viele Spielzeuge für Kleinkinder kennen Eltern aus ihrer eigenen Kindheit. Eines der bekanntesten ist das Bobby-Car, das seit den 1970er Jahren zum Inventar deutscher Haushalte gehört. Das Rutschauto aus Kunststoff ist weiterhin ein gutes Spielzeug, das auch „spiel gut“ positiv einschätzt. „Weil es die Kniemulde hat, die auch größeren Kindern das Benutzen ermöglicht“, erklärt Palm-Walter.

Ein weiterer „Evergreen“ in Kinderzimmern sind Duplo-Bausteine. Auch diese werden vom Ulmer Verein ausgezeichnet, da sie die Kreativität der Kinder anregen. Unnötig findet Palm-Walter jedoch die Sets, die Zahlen auf den Steinen haben. „Die Kleinen können damit noch nichts anfangen, die größeren Kinder spielen dann schon nicht mehr mit Duplo – das ist ein Altersbruch und bringt Unruhe rein.“ Besser seien da eine Bauplatte und eine Box, in der nur die Bausteine sind.

Eine Alternative zu Duplo sind Bausteine aus Kork. Die Vorteile: Beim Spielen machen sie weniger Krach, und durch die Oberfläche des Materials haften die Bauklötze leicht aufeinander. Dazu kommt, dass Kork ein nachhaltiger Stoff ist, der nachwächst.

Weltbild Ein Erstarken der rosa-blauen Kinderwelt hat nicht nur der Ulmer Verein beobachtet. Auch die Initiative „Pinkstinks“ prangert an, dass sich bei Kleidung und Spielzeug die Warenpalette teilt in rosa und pink für Mädchen sowie blau und grün für Jungs. „Es gab noch nie ein so starkes Gender-Marketing wie zurzeit“, sagt Stevie Schmiedel, Gründerin von „Pinkstinks“.

„Spiel gut“ nimmt bestimmte Spielzeuge gar nicht erst in seine Bewertungsliste auf. Etwa dann, wenn ein Spielzeug ein Weltbild vermittelt, mit dem der Verein nicht einverstanden ist. Das können zum Beispiel Produkte sein, die Gewalt verherrlichen oder klischeehafte Rollenbilder vermitteln wie Barbiepuppen.

Palm-Walter schränkt jedoch auch ein: „Nur weil ein Spielzeug nicht ausgezeichnet wird, heißt das noch lange nicht, dass es dem Kind in irgendeiner Weise Schaden zufügt. Ein kindgerechtes Spielzeug ist für uns eines, mit dem das Kind lange und aus eigenem Willen spielt.“ Sie empfiehlt auch, Altersangaben der Hersteller kritisch zu hinterfragen: Nur weil ein Spielzeug vom Hersteller für zweijährige Kinder angeboten wird, heißt das nicht, dass ein Dreijähriger dafür schon zu groß ist.

Reizüberflutung „Wenn ein Spielzeug so laut klingelt und blinkt, dass es den Eltern schon zu viel ist, ist es meistens auch nicht das richtige Spielzeug für ein Kind“, sagt Palm-Walter. Forscher warnen zudem vor Hörschäden bei Kindern, die lautes Spielzeug benutzen.

Die Spielzeugexpertin empfiehlt zudem, lieber weniger Geschenke zu kaufen und dafür bessere, die auch mal ein wenig mehr kosten dürfen. Generell kriegen Kinder ohnehin zu viele Geschenke. Da sei es besser, eine Erweiterung zu einem Spielzeug zu kaufen, das bereits im Besitz ist. „Oder ein Kinderbuch, davon kann man kaum zu viele haben.“

Sicherheit Man muss nicht das Internet absuchen, um jede Information zu einem Spielzeug zu finden. „Man sollte im Laden jedoch seinen Menschenverstand nutzen und wachsam sein“, empfiehlt Prof. Holger Barth vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie am Uniklinikum Ulm. „Riecht ein Spielzeug unangenehm nach Chemie, sollte man die Finger davon lassen“, rät der Toxikologe. Dasselbe gilt für lösliche Kleinteile oder spitze Ecken und Kanten, an denen sich Kleinkinder verletzen können.

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02.12.2017, 06:00 Uhr
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