Universum

Die Hochphase des Sternschnuppenregens steht bevor

Ferngläser braucht es nicht. Dank des klaren Himmels ist der Perseidenschwarm in den nächsten Nächten mit bloßem Auge zu beobachten.

12.08.2022

Von Ralf Isermann/afp

Die Perseiden sind der einzige große Meteorstrom im Sommer und einer der ergiebigsten überhaupt. Sie sind Mitte August teils im Minutentakt am Nachthimmel zu sehen Foto: ©Craig Taylor Photo /adobe.stock.com

Die Perseiden sind der einzige große Meteorstrom im Sommer und einer der ergiebigsten überhaupt. Sie sind Mitte August teils im Minutentakt am Nachthimmel zu sehen Foto: ©Craig Taylor Photo /adobe.stock.com

München. Es ist Sternschnuppenzeit: In den kommenden Nächten werden dank des legendären Perseidenschwarms wieder unzählige Sternschnuppen mit bloßem Auge am Himmel zu sehen sein. Der Höhepunkt des Meteorregens wird um diesen Freitag herum liegen.

Für Nachteulen und Frühaufsteher Bei wolkenfreiem Himmel sind auch in den Nächten vor dem Perseidenmaximum viele dieser Sommermeteore bereits am nächtlichen Firmament zu erspähen. Und sicherlich werden manche Beobachter den sekundenschnell verglühenden Sternschnuppen geheime Wünsche mit auf den Weg geben.

Dutzende Meteore pro Stunde Zur Zeit des Perseidenmaximums könnten im Idealfall bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde am Himmel aufleuchten – allerdings nur bei ungewöhnlich guten Beobachtungsbedingungen. Eher ungeübte Beobachter dürften allerdings nicht ganz so viele Sternschnuppen zu sehen bekommen. Die beste Beobachtungszeit während des Perseidenmaximums liegt zwischen dem späten Abend und dem frühen Morgen.

Spur zum Sternbild Perseus Seit jeher markieren die Augustmeteore für Sternschnuppenfans einen festen Termin im astronomischen Jahreskalender: Die Perseiden sind der einzige große Meteorstrom im Sommer und einer der ergiebigsten überhaupt. Ihren Namen haben die Sommersternschnuppen vom Sternbild Perseus. Dort liegt der scheinbare Ausgangspunkt der Perseidenmeteore, der sogenannte Radiant.

Aus Kometenstaub In Wahrheit kommen die Sternschnuppen aus der unmittelbaren Erdumgebung: Auf seiner Bahn um die Sonne kreuzt unser Planet jedes Jahr zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der im Jahr 1862 entdeckte Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Bahn um die Sonne zurückließ. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich viele Teilchen des Kometenkerns entlang seiner Bahn verteilt und verursachen den Meteorstrom der Perseiden.

Mit Tempo 216 000 unterwegs Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses Kometen, dringen die oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel aus Kometenstaub mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein – also mit der unfassbaren Geschwindigkeit von 216 000 Stundenkilometern. In einer Höhe von 80 bis 100 Kilometern erzeugen die Staubteilchen dann die Lichterscheinungen, die Sternschnuppen genannt werden.

Die Hochphase des Sternschnuppenregens steht bevor

Wie bei dichtem Schneetreiben Dem mit der Erde durchs All sausenden Beobachter bietet sich bei einem Meteorschwarm ein Bild wie einem Autofahrer bei einer Fahrt in dichtem Schneetreiben: Beim Blick durch die Windschutzscheibe scheint es, als kämen alle Schneeflocken von einem gemeinsamen Ausgangspunkt. In Wahrheit spielt nur die Perspektive einen Streich – genauso wie bei den Perseiden, deren Leuchtspuren sich aus Sicht des irdischen Beobachters allesamt ins Sternbild Perseus zurückverlängern lassen.

Spektakuläre Feuerkugeln Die größeren Meteore leuchten bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre so stark wie helle Sterne und Planeten. Noch heller, aber auch entsprechend seltener sind die sogenannten Feuerkugeln. Diese spektakulären Meteore ziehen oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her.

Gute Rundumsicht wichtig Eine besondere Ausrüstung brauchen Himmelsgucker nicht – eine gute Rundumsicht reicht aus. Ferngläser oder gar Teleskope sind beim Aufspüren der in Sekundenschnelle verglühenden Meteore sogar hinderlich, denn das Blickfeld solcher Instrumente ist für die flinken Himmelskreuzer viel zu klein.

Weitwinkel und Stativ benutzen Die besten Beobachtungsmöglichkeiten bietet ein Platz fernab der kunstlichtdurchfluteten Städte. Wer den Meteorstrom fotografieren will, sollte ein Weitwinkelobjektiv verwenden, die Kamera auf ein Stativ montieren und eine Langzeitbelichtung wählen.

Feuriger Tränenregen Im Volksmund heißen die Augustmeteore Laurentiustränen. Der Name erinnert an den Heiligen Laurentius, der am 10. August des Jahres 258 unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian den Märtyrertod starb. Seither regnete es der Legende zufolge an diesem Tag feurige Tränen.

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Erstellt:
12.08.2022, 06:00 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 44sec
zuletzt aktualisiert: 12.08.2022, 06:00 Uhr

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