Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Tröpfchen für Tröpfchen

Die Grippezeit naht - und mit ihr die Diskussion um Impfstoffe

Eine Erkältung hat man sich schnell mal eingefangen. Das Risiko aber, an einer schweren Grippe zu erkranken, lässt sich stark verringern: durch eine Impfung. Doch passt dieses Jahr der Impfstoff?

15.10.2015
  • IRIS HUMPENÖDER

Berlin. Blätter und Temperaturen fallen, Nebeltage häufen sich. Schon schnieft der Kollege am Arbeitsplatz, hustet die Nebensitzerin im Bus. Kleinste Tröpfchen gelangen dabei in die Luft, auf Türklinken und Schreibtische. Pech, wer sie einatmet oder berührt: Sie können Viren enthalten, die sich dann schnell verbreiten.

Wer also viel mit anderen zusammen ist, läuft in den kommenden Monaten Gefahr, sich einen grippalen Infekt oder sogar eine Grippe (Influenza) einzufangen. Das gilt für die Erzieherin genauso wie für den Flüchtling. Deshalb wird auch Asylsuchenden eine Grippeschutzimpfung empfohlen, sagt Günter Pfaff, der beim Regierungspräsidium Stuttgart für Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung zuständig ist. Denn gegen Grippeviren gibt es eine Impfung, gegen Rhinoviren und andere Erreger, die in der kalten Jahreszeit für Husten, Schnupfen und Heiserkeit sorgen, nicht.

In Baden-Württemberg wird die Grippeschutzimpfung generell empfohlen, während sie die Stiko, die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut in Berlin, vor allem Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren, chronisch Kranken und etwa medizinischem und pflegerischem Personal nahelegt - denn vorschreiben geht natürlich nicht, die Impfung ist freiwillig. Das betont auch Kathrin Schnurr, die in der Kommunikationsabteilung bei Daimler arbeitet. Das Unternehmen bietet bereits seit Mitte der 90er Jahre die Grippeschutzimpfung an allen deutschen Standorten für seine Mitarbeiter an - aber eben auf freiwilliger Basis. "Das wird sehr positiv aufgenommen", sagt Schnurr. Auch die Uni Tübingen bewirbt die Grippeschutzimpfung in ihrer Mitarbeiterzeitung, auf der Website und mit einem Faltblatt. "Als Vorbild", sagt Pressesprecherin Claudia Löwe, "geht unser Vorstand voran".

Doch wie wirksam wird die Impfung sein, nachdem der Impfstoff in der vergangenen Saison nicht optimal wirkte, wie die Deutsche Apotheker Zeitung schreibt. Es könnte auch diesmal ähnlich sein, vermuten die Pharmazeuten. Prof. Thomas Mertens, Präsident der Gesellschaft für Virologie, sagt: "Es ist schwer zu sagen, wie der Impfstoff wirkt, wir wissen ja nicht, wie die Grippewelle ablaufen wird."

"Die Impfstoffe für die neue Saison 2015/2016 unterscheiden sich in zwei Komponenten gegenüber der vorangegangenen Saison", erklärt Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts. Ausgetauscht wurde auf Empfehlung der WHO der zum Influenzatyp A gehörende H3N2-Stamm und der Influenzatyp B-Stamm. Die H1N1-Komponente bleibt.

Ebenfalls zugelassen ist ein Impfstoff, der einen zweiten B-Stamm enthält. "Prinzipiell würde ich diesen Vierfachimpfstoff vorziehen", sagt Mertens. Den müssen gesetzlich Versicherte allerdings selbst bezahlen, denn die Kasse übernimmt in der Regel nur den billigeren Dreifachimpfstoff.

Eine positive Nachricht gibt es aber: Ein Lieferengpass der Impfstoffe ist bisher nicht zu befürchten. Das Paul-Ehrlich-Institut hat bereits mehr als 19 Millionen Impfstoffdosen freigegeben. "Bislang haben uns keine Meldungen erreicht, dass es schwierig sei, Influenza-Impfstoffe zu bekommen", sagt Sprecherin Susanne Stöcker.

Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut weist darauf hin, dass auch eine Impfung keinen hundertprozentigen Grippeschutz bietet. "Aber wenn sie einen löchrigen Schirm haben, nehmen sie ja auch besser den als gar keinen."

Die Grippezeit naht - und mit ihr die Diskussion um Impfstoffe
Achtung Ansteckungsgefahr: Jetzt fliegen sie wieder, die Viren. Da hilft nur Hygiene - und möglicherweise eine Grippeimpfung. Foto: dpa

  • Erkältung Umgangssprachlich wird der Begriff Grippe oft auch für grippale Infekte (Erkältung) verwendet. Obwohl sich die Symptome ähneln können, unterscheiden sich Verlauf und Schwere der Erkrankung deutlich, informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Charakteristisch für die echte Grippe (Influenza) ist ein plötzlicher Krankheitsbeginn mit Fieber und Symptomen wie Halsschmerzen, trockenem Husten und heftigen Kopf-, Muskel- und/oder Gliederschmerzen. Schwere, teilweise lebensbedrohliche Komplikationen einer Grippeerkrankung, etwa eine Lungenentzündung, stellen vor allem für Personen mit Grunderkrankungen und Ältere ein hohes Risiko dar. In der Grippesaison 2014/ 15 wurden laut Robert-Koch-Institut (www.rki.de/influenza) 88000 Erkrankungsfälle in Deutschland registriert – der höchste Stand seit 2009. ih

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

15.10.2015, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular