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„Die Fremden“ im Kohlenschutt
Ungewöhnliche Bühne: Gespielt wird „Die Fremden“ in Marl auf Kohleresten und Schienensträngen. Foto: Caroline Seidel/dpa
Uraufführung: Das Musiktheaterstück des Ruhrtriennale-Intendanten Johan Simons in einer ehemaligen Kohlenmischhalle

„Die Fremden“ im Kohlenschutt

„Die Fremden“ hat Ruhrtriennalen-Intendant Johan Simons nach dem Roman „Der Fall Meursault“ geschrieben. In Marl war die Uraufführung.

05.09.2016
  • dpa

Marl. Einen fremden Ort hat Ruhrtriennale-Intendant Johan Simons für seine Inszenierung von „Die Fremden“ wahrlich gefunden: Eine erst vor ein paar Monaten stillgelegte Rohkohlenmischanlage in Marl. Ein unwirtlicher Ort mit echtem Steinkohlenstaub.

„Die Fremden“ basiert auf dem Bestseller-Roman „Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung“ des algerischen Autors Kamel Daoud. Das Buch wiederum ist eine Art Fortschreibung des Weltliteratur-Klassikers „Der Fremde“ von Albert Camus. Daoud erzählt in seinem 2013 erschienenen Buch die Geschichte des namenlosen Arabers aus dem Camus‘schen Werk – und gibt ihm einen Namen: Moussa. Erzähler der Geschichte von Moussa vor dem Hintergrund der Befreiung von der französischen Herrschaft ist Haroun, dessen Bruder.

„Die Fremden“ umfasst 30 Szenen. Simons verschont seine Zuschauer nicht und springt munter zwischen Camus und Daoud hin und her – und spiegelt damit auch die Vielschichtigkeit des Daoudschen Romans wider. Vor allem im zweiten Teil wird etwa durch die Filminstallation des niederländischen Filmkünstlers Aernout Mik deutlich, um was es Simons geht: Der Regisseur will Fragen nach der kulturellen Identität stellen. „Wie schwierig ist es, die Perspektive des anderen einzunehmen?“ lautet so eine Leitfrage. Sind im ersten Teil zum Teil drastische dokumentarische Filmbilder aus dem algerischen Befreiungskrieg zu sehen, bringt der zweite Teil Szenen, die aus einer Notunterkunft für Flüchtlinge stammen könnten. Doch schnell wird klar: Es sind Deutsche, die auf Feldbetten liegen.

Und die Musik? Ist mitunter düster, schrill und dunkel. Und nimmt eine zentrale Position ein: Das niederländische Ensemble Akso/Schönberg unter der Leitung von Reinbert de Leeuw sitzt gut zu sehen und zu hören vor der Tribüne. Werke von Mauricio Kagel, György Ligeti fassen die Orientierungslosigkeit und Verzweiflung in Töne.

Höhepunkt ist der Mittelteil der Aufführung: Zwölf Minuten dauert die in einer Fantasiesprache von Sopranistin Katrin Baerts ausdrucksstark gesungene Komposition „Bouchara“ von Claude Vivier.

Von den 1200 Zuschauern gab es langanhaltenden Applaus.

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05.09.2016, 06:00 Uhr
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