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Podium

Die Fragen der Kandidaten

Im Finale hatten es die Kandidaten selbst in der Hand: Sie durften ihre zugelosten Kontrahenten das fragen, was sie schon immer von ihnen wissen wollten.

15.05.2014

Als erstes wandte sich Dietmar Schöning an Gerlinde Strasdeit – mit einer Frage, die er im Gemeinderat schön öfter gestellt, aber wohl noch nie zu seiner Zufriedenheit beantwortet bekommen hat: „Sie fordern ständig Mehrausgaben und gleichzeitig die Absenkung der Steuern und Gebühren – wie soll das gehen?“ Für Strasdeit kein Problem: „Die Kommune muss anders finanziert werden – mit einer Umfairteilung, mit der man die großen Vermögen abgreift, dann ist genug Geld da.“ Im übrigen würden in Tübingen, wie von den Linken oft kritisiert, „viele Millionen sinnlos rausgeworfen“.

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© Video: Jonas Bleeser & Hans-Jörg Schweizer 05:17 min

Die frühere UFW-Vorsitzende und jetzige Piratin Ilona Raiser wollte von Ernst Gumrich wissen, wie er es hinkriegen will, dass seine „unabhängige“ Tübinger Liste im Rathaus effektiv ins Geschehen eingreifen kann. Es sei doch schon immer das Problem der Freien gewesen, dass sie ohne Fraktionszwang nicht geschlossen auftreten. Dem früheren WUT-Vorsitzenden ist davor nicht bange: „Bei unseren Themenabenden ist es ohne weiteres gelungen, einen Konsens über unser Programm herzustellen.“ Bei Gewissensfragen gebe es in seiner Fraktion keinen Zwang, ansonsten aber „trauen wir es uns zu, die Gruppe sehr diszipliniert zu führen“.

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Außer Konkurrenz traten auch die nicht ganz und gar ernsthaften Gemeinderatskandidaten Markus Vogt und Ulrich Stolte beim TAGBLATT-Wahlpodium am Dienstag auf die Bühne.

© Video: Jonas Bleeser & Hans-Jörg Schweizer 07:01 min

Er sei doch eigentlich „gar nicht so ein richtiger CDUler“, leitete Gerlinde Strasdeit ihre Frage an Albrecht Kühn ein, weil auch er für eine Absenkung der Grundsteuer war. Warum seine Fraktion das bei den Etat-Beratungen nicht zum Grundsatz gemacht habe? In der letzten Etat-Runde war die Steuersenkung einer von drei Knackpunkten für die CDU, aus der Etat-Koalition auszusteigen. Die Fraktion habe, anders als im Jahr zuvor, „dem Haushalt nicht zugestimmt“, sagte ihr Sprecher.

Tourismus ist gerade in Tübingen ein großes Thema. Ulrike Baumgärtner fragte Martin Sökler gezielt nach dem Radtourismus. Der SPD-Fraktionschef nutzte die Vorlage, um sich als „passionierter Radfahrer“ zu outen, der (fast) alle Wege mit dem Velo zurücklegt. Deshalb war es nicht erstaunlich, dass er „viel dafür übrig“ hat und auch bereit ist, 5000 Euro fürs Radkonzept mitzutragen. Allerdings müsse auch etwas für Tübinger Radler getan werden – also gegen die vielen Schlaglöcher.

„Wie geht es ihnen bei Parteiversammlungen mit den Nerds?“ Diese Frage von Martin Sökler brachte Ilona Raiser, die kein Mitglied ist, aber für die Piraten kandidiert, nicht aus der Ruhe. Sie fühle sich unter ihnen wohl, sagte sie. Das Problem, was mit den Daten passiere, „beschäftigt mich als Mutter von fünf Kindern“. Zudem findet es Raiser gut, „neue Bevölkerungsschichten für Parteien zu begeistern“.

Ernst Gumrich sprach Ulrike Baumgärtner auf eine umstrittene Personalentscheidung der grün-roten Mehrheit an: „Sie haben den Stadtkämmerer in ein ungünstiges Licht gerückt und ihm seine ehemalige Vize als Chefin vor die Nase gesetzt. Seither geht ein gewaltiger Riss durch die Belegschaft – bedauern Sie das? Diesen Vorwurf wies Baumgärtner harsch zurück: „Bei Personalfragen entscheidet jeder Stadtrat in geheimer Abstimmung“, da gehe es nicht nach dem Parteienproporz. Zuvor gebe es stets einen „umfangreichen Bewerbungsprozess“ mit „intensiven Abwägungen“. Deshalb: „Das war eine ernsthafte Tätigkeit, die wir geleistet haben – und Sie desavouieren das, obwohl Sie keine Ahnung haben, wie das abgelaufen ist.“

Die finale Frage richtete Albrecht Kühn an Dietmar Schöning. Es heiße, dass die Alternative für Deutschland (AfD) in der Klientel der FDP grase. Ob er glaube, dass die neue Partei „kommunalpolitisch aktiv“ werde, fragte der CDU-Fraktionschef. Er wisse es nicht, sagte der Liberale und nutzte die CDU-Vorlage zur „scharfen Abgrenzung“ gegen „den rechtspopulistischen Haufen“: Es gebe „keine Gemeinsamkeiten“.

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Erstellt:
15. Mai 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
15. Mai 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2014, 12:00 Uhr

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