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Die Filetseite des Lebens

07.04.2018

Von ROLAND MÜLLER

Eine Frage der Säge: Zerlegen will gelernt sein. Und wer besonders begabt ist, kommt vielleicht sogar ins Metzger-Nationalteam. Foto: Sven Hoppe/dpa

Stuttgart. Es gibt hippere Berufszweige als das Metzgerhandwerk. Das darf man ruhig sagen, denn: Die Metzger sehen das genauso. Von Nachwuchsmangel ist die Rede, von der Konkurrenz durch große Supermärkte – und dann sprießen überall auch noch Vegetarier aus dem Boden!

Doch die Frischzellenkur fürs Image läuft schon. Für die Lifestyle-Komponente wurde der Job des „Fleisch-Sommeliers“ erfunden, der für anspruchsvolle Genießer das Entrecôte sozusagen auf Herz und Nieren prüft, bevor es kredenzt wird.

Den Fun-Sport-Teil der PR-Offensive deckt das Metzger-Nationalteam ab. Das wettfleischerte etwa Ende März in Belfast um den WM-Titel. Die Aufgabe: Rinder- und Schweinehälften, Lamm und Huhn unter Zeitlimit sauber zu zerlegen. Ein Knochenjob quasi – und doch bald Trendsport. Beim Nationalteam war auch Metzgermeister Philipp Sontag aus Kißlegg dabei, wie die Handwerkskammer Ulm mitteilte. Für Edelmetall habe es nicht gereicht, dennoch habe man mit dem Schlacht-Ruf „Für unser ehrenwertes Handwerk der Metzger“ in Belfast Eindruck geschunden.

Was so ein Imagewechsel bewirken kann, hat ja das Grillen gezeigt: Einst eher die Disziplin des proletarischen Hanswurst, ist es heute chic, das Filet vom Kobe-Rind stolz im 3000-Euro-Gasgrill halbgar zu brutzeln. Wäre doch gelacht, wenn sich die Metzger vom Boom nicht sozusagen ‚ne Scheibe abschneiden könnten. Dann ist bald der Lehrlingsnachwuchs wieder mit Herzblut dabei, und die Metzgerzunft grüßt von der Filetseite des Lebens. Roland Müller

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Erstellt:
7. April 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
7. April 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. April 2018, 06:00 Uhr

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