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Die Feuer sind kaum zu löschen
Foto: SWP GRAFIK
La Palma brennt

Die Feuer sind kaum zu löschen

Auf der kleinen Kanareninsel La Palma sind schon 4000 Hektar Wald in Flammen aufgegangen. Ein 27-jähriger Deutscher sitzt deswegen weiter im Gefängnis.

08.08.2016
  • MARTIN DAHMS

La Palma. Aida Mantesa Francisco wusste nicht wohin mit ihren Sorgen. La Palma, ihre Heimatinsel, stand in Flammen, und sie konnte nichts tun. Dann tat sie doch etwas. Sie nahm ein altes Laken und malte mit schwarzer Farbe darauf die Worte: „Gracias. Ánimo“ – Danke, nur Mut! Sie legte das Laken, mit Steinen beschwert, auf das Flachdach ihres Hauses: als Botschaft an die Piloten der Löschflugzeuge, die den Himmel La Palmas kreuzen, um den bisher verheerendsten Waldbrand Spaniens des Jahres zu bekämpfen. Mantesa veröffentlichte ein Foto des Lakens auf Facebook, und in kurzer Zeit folgten überall auf der Kanareninsel andere Menschen ihrem Beispiel. Am Strand von El Remo im Südwesten La Palmas malten Kinder ein großes „Gracias“ in den Sand. Sie alle sind dankbar für den Heldenmut der Brandbekämpfer, die ihre Insel vor den Flammen retten.

Seit Mittwochabend brennt La Palma, eine der kleinen Kanareninseln im Westen des Archipels. Mehr als 4000 Hektar Wald sind verwüstet, mehr als ein Zwanzigstel der Inselfläche. Am Samstag waren die Behörden optimistisch, dass die Feuer im südwestlichen Bergland bald unter Kontrolle sein könnten.

Doch in der Nacht darauf musstem noch einmal 500 Menschen ihre Häuser verlassen, weil der Wind drehte und die Flammen Richtung Osten drängten. Noch sind keine Wohnhäuser zu Schaden gekommen, doch alle Menschen sind in höchster Alarmbereitschaft. In Fuencaliente im Süden der Insel näherte sich das Feuer der Dorfkirche, aber hier war der Wind gnädig und schwächte sich rechtzeitig ab.

Die Kanaren erleben zurzeit eine Hitzewelle. Gewöhnlich herrschen dort gemäßigte Temperaturen. Auf La Palma wird es im August im Schnitt 28 Grad warm, doch dieses Jahr sind es bis zu 10 Grad mehr. Trockenheit und Hitze sind ideale Brandbeschleuniger. Der Kampf gegen die Flammen ist umso schwerer, weil die Vulkaninsel La Palma eine einzige Berglandschaft ist, in der sich die Feuerwehr nur mühsam fortbewegen kann. Mehr als 300 Mann sind im Einsatz, dazu vier Löschflugzeuge und sieben Helikopter. Mit allen guten Wünschen schauen die Palmeros in den Himmel.

Bisher war 2016 für Spanien ein gutes Waldbrandjahr. Bis in den späten Frühling hinein hatte es ordentlich geregnet, weshalb bis Mitte Juli so wenig Wald in Fammen aufging wie seit zehn Jahren nicht. Aber noch so viel Regen kommt nicht gegen menschliche Dummheit an. Die Polizei nahm am Mittwochabend auf einer Landstraße in der Nähe des ersten Brandherdes einen jungen Deutschen fest. Der 27-Jährige erzählte den Beamten eine Geschichte, die so idiotisch ist, dass sie wahr sein muss: Er habe in den Wald gemacht, sich den Hintern abgewischt und danach das benutzte Klopapier verbrennen wollen.

Kurz darauf stand alles um ihn in Flammen. Nun beschloss ein Richter, den Aussteiger, der in einer Höhle lebt, in Haft zu nehmen, ohne Möglichkeit, gegen Kaution freizukommen. „Grobe Fahrlässigkeit“ wirft ihm der Richter vor. Sie kostete einen Brandbekämpfer, einen fünffachen Familienvater, das Leben.

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08.08.2016, 06:00 Uhr
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