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Die FLUGPLATZ-Fortsetzungsgeschichte zu den Feiertagen (Teil 4): die Liebe, die FIFA und die billige
Weihnachtsengel mit Handicap

Die FLUGPLATZ-Fortsetzungsgeschichte zu den Feiertagen (Teil 4): die Liebe, die FIFA und die billige Tankstelle

Der adipöse Weihnachtsengel Mopsael darf erst wieder in den Himmel, wenn er für seinen Chef Aufgaben erfüllt hat. Heute geht es um die Liebe.

30.12.2015
  • Stella Reinartz

Ich fliege schon seit mindestens einer halben Ewigkeit, mit dem Unterschied, dass es wohl eher ein einfaches Flügelschlagen ist, ohne dass ich in die Luft abhebe und eine Ewigkeit bei mir eigentlich viel länger ist.

Doch so kommt es mir vor während ich kläglich versuche, für meine dritte Aufgabe ein heillos zerstrittenes Liebespaar zu finden. Ja, ihr habt richtig gehört: Ich soll einen Mann und eine Frau finden, die sich zerstritten haben. An Weihnachten! Ich weiß nicht was sich die da oben denken, es herrscht doch Weihnachtszeit, da gibt’s keinen Streit, da haben sich alle gern.

„Deine dritte Aufgabe ist es, zwei getrennte Menschen, die sich einst liebten, wieder zusammen zu führen.“, hieß es grade vom Chef: , „Denn Weihnachten ist das Fest der Liebe.“

Nun stehe ich vor dieser Tankstelle, eine der vielen, die zurzeit diese niedrigen Preis anzeigen. Das hier ist der einzige Ort, an dem sich einsame Menschen an den Feiertagen etwas zum Aufheitern kaufen können.

Grade will ich zum Eingang laufen, als plötzlich von links ein silberner Wagen quietschend bremst und erst ein Mann und dann zögernd eine junge Frau aussteigen. „Hoffentlich sind sie zerstritten!“, denke ich mir.

Es sieht nicht so aus. Der Mann lächelt die Frau an, sie lächelt zurück. „Warum hältst du an Schatz?“, fragt sie: „Wir sind doch gleich da!“

Jetzt ändert sich der Gesichtsausdruck des Mannes, doch leider lächelt er nur noch mehr: „Ich muss da nur kurz rein, etwas kaufen, bevor wir bei deinen Eltern ankommen“, antwortet er. Na super, nichts Besonderes!, denke ich.

Doch da meldet sich plötzlich eine Stimme. „Was hör ich da? Ich spüre große Enttäuschung! Was ist los mein Freund?“, ruft es plötzlich aus dem Nichts zu mir herüber. Ohne zu schauen, wer da ruft, rufe ich zurück: „Meine Prüfung ist zum Scheitern verurteilt! Nirgends sehe ich ein zerstrittenes Paar! In meiner Zukunft werde ich immer der gefallene Mopsael bleiben, der eben eine Schwäche für Weihnachtsplätzchen hat.“

Schnell stellt sich heraus, dass die Stimme zu einem Engels-Kollegen gehört: Es ist der allseits bekannte Amor, der nackt und bloß hinter mit steht. Nur Pfeil und Bogen hat er offenbar nicht dabei.

„Den letzten Pfeil habe ich verschossen“, erzählt Amor auf meine Frage hin: „Und den Bogen habe ich daraufhin bei Ebay verpfändet, um mir ein paar entspannte Feiertage leisten zu können.“

Jetzt indes ist Amor offenbar arbeitslos. „Die da oben haben schnell Ersatz für mich gefunden“, sagt er. „Jetzt machen mir moderne Partnervermittlungen im Internet wie Parship.de™ und ElitePatner.de™ Konkurrenz. Aber Dir möchte ich helfen – wo doch Weihnachten ist.“ Amor soll mir helfen? Ohne Pfeil und Bogen, mitten auf diesem Tankstellenparkplatz?

„Also Mopsael“, fängt er an: „Du denkst also, an Weihnachten gibt es keinen Streit? Dann schau mal genau hin: Der Mann, der gerade in der Tanke etwas kauft, scheint ganz glücklich zu sein, doch er kauft keine Pralinen für die Eltern seiner Freundin. Nein, er kauft Hochprozentiges, damit er die Weihnachtstage überstehen kann. Noch heute Abend wird er es trotz der Besinnlichkeit nicht mehr aushalten und mit seiner Freundin Schluss machen.“

Amor hört gar nicht mehr auf, zu erzählen: „Glaub mir mein Freund“, sagt er: „Das passiert nicht selten zurzeit. Viele Männer kriegen wenig Mitgefühl von ihren Frauen für ihre Niedergeschlagenheit aufgrund des FIFA-Skandals, welcher ihnen das Bild vom ehrlichen, wahren Fußball beschädigt hat. So, wie die meisten Frauen auch schon vorher wussten, dass die Anschaffung eines VW keine gute Idee ist.“

Ich unterbreche Amor hastig, denn plötzlich ist der Mann fast wieder am Auto! Immerhin läuft er genau in meine Richtung! Und seine Freundin hinterher!

Ich ziehe mein Bauch ein und versuche, ernsthaft zu wirken. Als das Pärchen bei mir ist, und mich tatsöächlich fragt, ob das wahr ist, was ich gerade gesagt habe? „Werden wir uns wirklich trennen?“, fragt die Frau, mein Gespräch mit Amor offenbar mitgehört hat.

„Nein das werdet ihr nicht!“, sage ich beruhigend. „Ihr liebt euch – und ich erinnere euch jetzt daran.“

Das Paar prustet los und lächelt sich an, und diesmal ist es tatsächlich ein ehrliches Lächeln, eines, das gemeinsame Erinnerungen wieder aufleben lässt. Auch, wenn sich nun beide lustig über mich machen, weiß ich nun, dass ich diese Aufgabe vollbracht habe.

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30.12.2015, 01:00 Uhr
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