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Die Dividende ist der neue Zins
Die durchschnittliche Dividendenrendite deutscher Aktien liegt laut Experten aktuell bei 3 Prozent. Foto: dpa
Deutsche Unternehmen schütten mehr als 38 Milliarden Euro aus

Die Dividende ist der neue Zins

Dividendenstarke Aktien sind in Zeiten niedriger Zinsen eine Alternative zum Sparbuch. Deutsche Unternehmen schütten für 2015 mehr als 38 Milliarden Euro aus. Oft sind Papiere aus der zweiten Reihe lukrativ.

18.03.2016
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Mit der faktischen Abschaffung des Zinses stürzen die Europäische Zentralbank (EZB) und ihr Präsident Mario Draghi Sparer, Stiftungen, Versicherungen und Pensionskassen in noch größere Nöte. Durch Sparanlagen und Anleihen lassen sich kein Geld mehr verdienen und dies vermutlich für etliche Jahre. Eine Wende in der Zinspolitik ist für die nächsten Jahre nicht zu erwarten. Damit richtet sich der Blick verstärkt auf Aktien. Vor allem auf die Unternehmen, die regelmäßig ihre Aktionäre am Gewinn beteiligen und eine Dividende ausschütten. Damit erzielen sie bezogen auf den jeweiligen Aktienkurs eine in etlichen Fällen ansehnliche Rendite von oft mehr als 3, in der Spitze sogar von mehr als 6 Prozent. Die Dividende wird so zum neuen Zins.

Selten zuvor sei die Differenz der Dividenden-Rendite zu den Renditen europäischer Staats- und Unternehmensanleihen so groß gewesen wie derzeit, heißt es in einer aktuellen Studie "Dividenden statt Niedrigzinsen" der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI). Zehnjährige Bundesanleihen bringen derzeit nur rund 0,30 Prozent, kürzere Laufzeiten werfen gar nichts mehr ab oder gar eine negative Rendite. Um überhaupt noch positive Renditen zu erhalten, so eine aktuelle Dividenden-Studie der DZ Bank, blieben nur noch Bonds, also Anleihen, mit geringerer Bonität, längeren Laufzeiten oder in Fremdwährung. "In allen Fällen muss der Investor dadurch deutlich höhere Risiken eingehen". Schmerzhaft bekommen dies die Anleger zu spüren, die auf Hochzins-Anleihen aus dem Energiesektor gesetzt haben.

"Während vor allem lang laufende Staatsanleihen europäischer Länder im besten Fall bei etwas über Null rentieren, beläuft sich die durchschnittliche Dividendenrendite deutscher Aktien aktuell auf 3 Prozent", sagt Hans-Jörg Naumer von AGI. Er erwartet, dass die wichtigsten europäischen Unternehmen für 2015 den Rekord-Betrag von 315 Mrd. EUR an ihre Aktionäre ausschütten, 11 Mrd. EUR mehr als für das Jahr 2014.

Mit Rekorden rechnet auch die DZ Bank. "Mit über 38 Mrd. EUR und 3 Prozent mehr als im Vorjahr werden die deutschen Unternehmen so viel Dividende ausschütten wie nie zuvor." Damit verteilen die Firmen fast 40 Prozent ihres Gewinns an Aktionäre. Allein auf die 30 größten im Deutschen Aktienindex Dax gelisteten Konzerne entfallen 29,5 Mrd. EUR, 5 Prozent mehr als 2014.

Die Münchener Rück zahlt für 2015 8,25 EUR, was einer Rendite von 4,56 Prozent entspricht. Bei der Allianz liegt die Rendite bei einer Dividende von 7,30 EUR bei 5,35 Prozent. Weil der Aktienkurs stark gefallen ist, kommt Eon trotz gekürzter Dividende im Dax 30 mit 5,71 Prozent sogar auf die höchste Dividendenrendite. Noch besser sind Papiere aus der zweiten Reihe wie KTG Energie oder die Immobilienfirma Publicity mit jeweils rund 8,5 Prozent.

Die DZ Bank hat "Dividenden-Aristokraten" identifiziert. Das seien die "neuen Bonds". Es sind Unternehmen, die in den vergangenen 10 Jahren immer Dividende gezahlt, die Ausschüttungen in mindestens 7 der 10 Jahre erhöht haben, eine Dividendenrendite von mindestens 3 Prozent erzielen und eine stabile Bilanz vorweisen. In Deutschland zählen für die DZ Bank 30 Papiere dazu, an der Spitze Hugo Boss, Munich Re, Siemens, Axel Springer und die Deutsche Euro Shop.

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18.03.2016, 08:30 Uhr
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