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Die Deutschen verlieren die Angst vor der Aktie

22.02.2018

Der achtjährige Aufschwung der Börse hat nun Wirkung gezeigt: Folgt man dem Ergebnis der Erhebungen des „Deutschen Aktieninstitutes“ (kurz: DAI), so gibt es in Deutschland 10,1 Millionen Aktionäre. Das letzte Mal wurde ein derartiger Wert vor dem Ausbruch der Finanzkrise dokumentiert (10,3 Millionen Aktionäre). Die Sorge, Gewinne durch Aktien zu verpassen, ist nun größer als die Angst des Verlustes, wenn man sein Geld in Aktien investiert.

Die Deutschen verlieren die Angst vor der Aktie
Bild: Pixabay

Aktuell besitzen mehr als 10 Millionen Deutsche Aktien

Der klassische Aktionär ist älter als 50 Jahre, hat ein hohes Bildungsniveau und ein überdurchschnittlich hohes Einkommen (mehr als 4.000 Euro/Monat). „Die Herausforderung ist jedoch, dass den jungen und einkommensschwachen Personen klar gemacht wird, dass sie in Aktien investieren sollen“, so die Autoren der Studie. Schlussendlich ist es kein Geheimnis, dass es Probleme im Zuge der Rentenfinanzierung gibt - wer hier nicht vorsorgt, der kann mitunter im Alter nicht den aufgebauten Lebensstandard halten. Aber auch wenn sich immer mehr Deutsche für Aktien interessieren, so ist die Mehrheit doch der Meinung, das Geld lieber auf dem Girokonto oder auf einem Tagesgeldkonto zu lassen. Das Problem? Hier gibt es kaum noch Zinsen.

Warum die Deutschen vorsichtig geworden sind

Einerseits war es der Absturz der Telekom-Papiere, der sogenannten „Volksaktie“, andererseits das Platzen der sogenannten „New Economy“-Blase. Beide Ereignisse, die um die Jahrtausendwende eingetreten sind, haben die Deutschen verschreckt. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der im Zuge vor Banken- und Sparkassenvertretern eine Rede hielt, verwies darauf, dass sich „viele Kleinanleger die Finger an den Aktienmärkten verbrannt“ haben. „Natürlich liegt das auch daran, weil viele mangelhafte Finanzkenntnisse haben. Schlussendlich sagt ja auch jeder zweite Deutsche, dass er nichts von den Kapitalmärkten versteht.“ Viele Aktionäre wissen nicht, welche Strategie sie wählen sollen - was sind Bollinger Bänder, was bedeutet CFD und wie kann das Verlustrisiko reduziert werden?

Zudem verhalten sich die Deutschen prozyklisch. Das heißt: Je tiefer die Aktienkurse fallen, desto mehr Aktien werden verkauft - somit nehmen sich die deutschen Aktionäre selbst aus dem Spiel, wenn es um einen Verlustausgleich durch spätere Kurserholungen geht. Doch im Zuge der Finanzkrise haben die Deutschen ihre Einstellung zum Aktienmarkt geändert und auch dann in Wertpapiere investiert, obwohl die Kurse gefallen sind. „Zwischen 2008 und 2011 haben die Anleger ein besonders gutes Timing bewiesen. Hier haben sie sich nicht prozyklisch verhalten“, so die Studienautoren. Die Autoren sind jedoch der Ansicht, dass es sich um Anleger handelte, die jedoch ohnehin von den Aktien überzeugt waren - also jene Aktionäre, die schon vor der Finanzkrise aktiv waren und mitunter auch selbst Verluste einfahren mussten. All jene, die nie so wirklich überzeugt waren, standen jahrelang an der Seitenlinie und beobachteten das Geschehen. Sie trauten sich erst ab dem Jahr 2015 auf das Spielfeld. Seit 2011 haben die privaten Haushalte rund 38 Milliarden Euro in Aktien investiert. Rund 30 Milliarden Euro wurden in den Jahren 2015, 2016 und 2017 investiert - rückblickend betrachtet haben die Anleger, die erst 2015 eingestiegen sind, jedoch hohe Gewinne liegen gelassen, die es zwischen 2012 und 2014 zu holen gab.

Gibt es einen schlechten Einstiegszeitpunkt?

All jene, die noch immer zögern, sollten nun endlich den letzten Schritt wagen. Vor allem dann, wenn man langfristig ein Vermögen aufbauen möchte. Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass es keinen schlechten Einstiegszeitpunkt gibt. Selbst dann, wenn man am Höhepunkt des Börsenzyklus einstieg, konnte man innerhalb von 15 Jahren einen Gewinn verbuchen.

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22.02.2018, 14:44 Uhr
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