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Lauter Fragezeichen

Die „Bild“über die Grünen und ein Tütchen

22.03.2016

Soll keiner sagen, die „Bild“-Zeitung wäre unseriös. Sie setzt immerhin Fragezeichen, wo man nichts Genaues weiß. In diesem Fall hinter das Wort „Drogen“. Denn man weiß nicht, ob es sich bei der Substanz in einem mysteriösen Plastiktütchen um solche handelt. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei sehr wahrscheinlich nicht. Deshalb, sagt Polizeisprecher Josef Hönes, ermittelt sie derzeit auch nicht.

Der Reihe nach. „Drogen? Rätsel um Kristall-Tütchen auf Grünen-Party“, überschrieb „Bild“ gestern einen ziemlich großen Bericht. Er enthielt ein Foto des Café „Atrium“ in der Tübinger Haaggasse von außen. Denn dort spielt die Geschichte, die das Blatt mit den großen Lettern seinen Lesern in dramatischem Ton auftischt. Dort feierten die Grünen am Abend der Landtagswahl ihr sensationelles Ergebnis. „Doch jetzt bekommt der Abend einen bitteren Nachgeschmack. Die Tübinger Polizei muss sich mit mysteriösen Drogenvorwürfen bei der Grünen-Fete beschäftigen“, meldet „Bild“.

Bei der Polizei tauchte jemand auf, der bei der Wahlparty zu Gast gewesen sein und eine merkwürdige Beobachtung gemacht haben will. Ein anderer Gast habe wieder einem anderen ein kleines, durchsichtiges Tütchen zugesteckt. Er, der Anzeigeerstatter, habe es später auf dem Boden gefunden, mitgenommen und zur Polizei gebracht.

„Hat hier wirklich jemand Drogen auf die Party geschmuggelt? Waren die Kristallkörnchen etwa das gefährliche Crystal Meth? Oder handelt es sich hier um eine böse Intrige?“, so die fette Zwischenüberschrift bei „Bild“. Dumm nur, dass es sich nach einem ersten Test der Polizei bei den Körnchen nicht um Drogen handelt, wie Sprecher Hönes uns bestätigte. Um herauszufinden, ob doch oder worum dann, habe man die Probe ans Landeskriminalamt weitergeschickt. Es werde nun ein paar Wochen für seine Untersuchungen brauchen. „Solange wir nicht wissen, was das ist, machen wir auch nichts“, so Hönes. Sollten sich hingegen Hinweise auf einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz ergeben, werde man ermitteln.

Was macht daraus „Bild“? Die Zeitung stellt zu ihrem Artikel neben dem Foto vom „Atrium“ auch eines von einer Tüte mit Chrystal Meth, schreibt über Wirkung und Gefahren der gefährlichen Droge, die doch „harmlos wie Kandiszucker“ aussehe. Selbstverständlich darf ein Porträt des Tübinger OB Boris Palmer im Großformat nicht fehlen – samt dem Satz „ich weiß davon nichts, kann nichts zu der Sache sagen“. Darunter Fotos von und Hinweise auf Artikel über Volker Beck, der tatsächlich in Berlin mit Drogen erwischt wurde.

„Die Nummer finde ich schon eine Schweinerei. Eine Nicht-Meldung“, empört sich der Tübinger Grünen-Landtagsabgeordnete Daniel Lede Abal. Da werde auch noch das Bild einer Gaststätte in Zusammenhang mit Drogen gezeigt, die es vermutlich gar nicht gibt. „Ich finde das unter aller Sau. Da wird eine Meldung aus etwas gemacht, das gar keine ist.“ Es sehe ja laut Polizei eher danach aus, als ob keine Drogen im Spiel sind, so der Abgeordnete. Und ob der Anzeigeerstatter überhaupt bei der Grünen-Party war, wisse man auch nicht. Lede Abal: „Wir werden ja sehen, ob die Bild-Zeitung hinterher auch bereit ist, das abzuräumen.“ Renate Angstmann-Koch

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22.03.2016, 01:00 Uhr
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