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Buchpreis

Die Autoren treibt Europas Krise um

Schiffbrüchige vor Afrika, Bürokratie in Brüssel: Die sechs Bücher auf der Shortlist sind hoch politisch.

13.09.2017
  • DPA

Frankfurt. „Kühnes Denken“ und die Sorge um Europa, das eint nach Ansicht der Jurysprecherin Katja Gasser die Autoren auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Alle sechs Titel hätten „ein sehr hohes literarisches Niveau“. Die Liste ist gestern bekanntgegeben worden. Bis am 9. Oktober der Sieger verkündet wird, trifft sich die Jury nur noch ein Mal. Gasser: „Es wird schwierig.“

Vier Deutsche und zwei Österreicher sind nominiert, vier Männer und zwei Frauen: Gerhard Falkner, Franzobel, Thomas Lehr, Robert Menasse, Marion Poschmann und Sasha Marianna Salzmann. Die Hälfte der Shortlist-Kandidaten ist beim Suhrkamp-Verlag unter Vertrag. Einer erhält den Preis von 25 000 Euro, die anderen je 2500 Euro.

Was viele Autoren umtreibt, ist die Sorge um Europa. „Thematisch ist es die Frage danach, wer ,wir' sind und wer ,wir' sein wollen, die viele der Texte zusammenhält“, teilte die Jury mit. Der Österreicher Robert Menasse wählte für „Die Hauptstadt“ ganz direkt Brüssel und die EU-Bürokratie als Thema: „eine Panoramaaufnahme von Europa, kriminalistisch angetrieben, philosophisch durchdrungen und dabei immer grundironisch“, wie die Jury findet. Teils verwirrend viele Fäden führen dem Leser die heillose Verstrickung des Systems vor Augen.

Nur vordergründig eine historische Geschichte ist „Das Floß der Medusa“ des Österreichers Franz Stefan Griebl alias Franzobel. 150 Schiffbrüchige treiben vor der Küste Afrikas und müssen eine bittere Erfahrung machen: „Wo es kein Brot gibt, gibt es kein Gesetz mehr.“

Ohne einen einzigen Absatz

Die Katastrophen, die Europa geformt und deformiert haben, kann man in „Schlafende Sonne“ nachlesen. „Thomas Lehr verhandelt, ausgehend von einem einzigen Tag, ein ganzes Jahrhundert“, schreibt die Jury. Das Buch ist literarisch gesehen harte Kost, geschrieben ohne einen einzigen Absatz, ein „Geschichtslabyrinth“, in dem sich die Erzählstränge permanent überlagern.

Dem Debüt von Sasha Marianna Salzmann attestiert die Jury „große sprachliche und dramaturgische Kraft“. Die 32-Jährige erzählt in „Außer sich“ von Zwillings-Geschwistern, die – wie die Autorin selbst – aus Russland nach Deutschland fliehen und dann weiter nach Istanbul. Heimatlose auf der Suche nach Identität.

Etwas aus der Reihe fallen Gerhard Falkners „Romeo oder Julia“ und Marion Poschmanns „Die Kieferninseln“ – eine Schriftsteller-Komödie das eine, eine Akademiker-Posse das andere, im Zentrum mittelalte Männer in der Krise. dpa

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13.09.2017, 06:00 Uhr
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