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Gewässer

Die Ammer wird verschönert

An zwei weiteren Stellen bekommt der Fluss ein natürlicheres Aussehen.

07.10.2016
  • slo

In der Brunnenstraße wird zur Zeit das Technische Rathaus saniert und erweitert. Hinter dem Gebäude, zur Wilhelmstraße hin, entsteht ein öffentlicher Park, an dessen Rand die Ammer fließt. Die ist dort bisher ein zwischen Ufermauern schnurstracks geradeaus laufendes Flüsschen, das auf einer befestigten Sohle gleichmäßig fließt.

Das soll sich nun ändern. Für 500000 Euro, von denen das Land mehr als 365000 Euro übernimmt, wird die Ammer dort renaturiert, soweit es geht. Möglich ist das allerdings nur auf der Seite des künftigen Parks, denn die andere Uferseite gehört dem Land.

Die Stadt wird dem Fluss auf der Parkseite ein natürlicheres Aussehen geben, indem sie ihn etwas mäandern lässt, die Betonböschung und die Sohle entfernt und auch Steine in den Bach legt, damit der an einigen Stellen schneller, an anderen langsamer fließt. Eine Brücke über die Ammer ist wegen eines möglichen Hochwassers nicht machbar, stattdessen sollen große Steine im Bachbett als Übergang zwischen Park und Clubhaus-Gelände dienen. „Wir freuen uns, wenn der Park von möglichst vielen Leuten genutzt wird – er soll nicht der Garten der Rathausmitarbeiter sein“, sagte Baubürger Cord Soehlke im Gemeinderat.

„Wenn das so wird wie in der Freiäckerstraße, dann wird das großartig“, freute sich Christian Mickeler (Grüne) schon im voraus. Dort würde der Fluss „supergern“ vor allem von Kindern genutzt, die „ganz großartige Bauwerke“ errichten. Auf diese Begeisterung reagierte Heike Weißer, Leiterin der städtischen Fachabteilung Wasserwirtschaft, jedoch alles andere als erfreut. Auf keinen Fall sei es erlaubt, in Flüssen Bauwerke zu errichten, schon gar keine Dämme.

Ebenfalls umgestaltet wird die Ammer an der Nürtinger Straße, wo sie zwischen der Stuttgarter Straße und der Gartenstraße ebenfalls schnurgerade verläuft. Dort jedoch ist nicht viel machbar, um den Fluss natürlicher zu gestalten. „Wir haben links und rechts der Ammer einfach keinen Platz“, sagte Weißer im Gemeinderat. „Wie in der Freiäckerstraße wird die Ammer in der Nürtinger Straße bestimmt nicht aussehen“, warnte sie vor allzu hohen Erwartungen.

Dennoch werden sämtliche Verbauten an den Ufern und in der Flusssohle beseitigt und die Böschungen mit begrünten Steinschüttungen befestigt, auf denen hohe Stauden wachsen sollen. Auch unterhalb der Brücken wird das Ufer mit einem so genannten Steinsatz gesichert.

Ursprünglich plante die Verwaltung, am rechten Ammerufer zwischen Stuttgarter Straße und Aeulestraße zum Schutz vor Hochwasser eine bis zu 70 Zentimeter hohe Mauer zu bauen. Das jedoch hatte der Ortsbeirat Lustnau mehrheitlich abgelehnt, weshalb die Mauer nun nicht gebaut wird. Die anderen Umbauten wirken sich positiv auf den Hochwasserschutz aus – sie führen dazu, dass das Wasser schneller abfließt.

Die „naturnahe Umgestaltung“ der Ammer in der Nürtinger Straße kostet ebenfalls rund 500000 Euro. Das Land übernimmt davon 370000 Euro.

Beide Fluss-Abschnitte sollen im nächsten Jahr realisiert werden, das nötige Geld dafür war teilweise schon im Etat für dieses Jahr bereitgestellt.

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07.10.2016, 01:00 Uhr
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