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Kommentar Oper

Die Alternative steht in Rom

Großes Drama , starke Auftritte, machtvolle Reden – die Diskussion um die Sanierung des Großen Hauses, Heimat von Oper und Ballett, stellt manche gesungene oder gesprochene Inszenierung der Hochkultur in den Schatten.

16.11.2019

Von Daniel Grupp

Der Streit um das mehr als 100 Jahre alte Schmuckstück aus Königs Zeiten hat alle Zutaten für ein Heldenepos. Schließlich steht die Zukunft der Stadt auf dem Spiel, der Wohlfühlfaktor für Spitzenkräfte der Wirtschaft, das weltweite Renommee. Weil aber eine Milliarde Euro im Raum steht, ist die Rettung der Welt nicht weit entfernt. Schließlich droht die Klimakatastrophe. Mit dem Sümmchen wäre viel zu erreichen.

Also das eine tun – die Welt retten – und das andere lassen – die Oper im Nesenbach versenken? Das entspräche dem herrschenden Dualismus – entweder / oder, weiß oder schwarz. Autofahrer oder Fußgänger, Gummireifen oder Gummisohle? Ein Gegensatz, der in Stuttgart besonders kompromisslos aufgeführt wird. Dabei bewegen sich beides Mal Menschen. VfB oder Kickers? Rot oder Blau? Gönnen wir doch beiden Vereinen den Aufstieg. Zeit wäre es, dass der Niedergang des Stuttgarter Fußballs endet. Und die Autofahrer müssen eben ein bisschen abgeben, damit auch die Mitbürger zu ihrem Recht kommen. Es lebe der Kompromiss.

Aber die sündteure Oper? Auf mehr als ein Jahrzehnt verteilt, wird die Milliarde zu verdaulichen Häppchen. Da bleibt Geld übrig. Genügend, um in Steine und ins Grüne zu investieren. Wer nach Alternativen zur Sanierung sucht, kann in Rom das Forum Romanum und das Kolosseum besuchen. Dort haben sie den Zeitpunkt zur Sanierung verpasst.

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Erstellt:
16. November 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. November 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. November 2019, 06:00 Uhr

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