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Land am Rand

Dialekt, Kritik und Bolletik

„Des isch an aldr Käs!“ – sprich: „So ein Quatsch!“, bruddelt der Remstalschwabe, wenn es im Nesenbachtal „Bolletiker“ mal wieder wichtig mit dem Dialekt haben.

06.12.2018

Von FABIAN ZIEHE

Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Foto: Guido Kirchner/dpa

Stuttgart. So auch Jochen Haußmann – wobei dieser selbst „Bolletiker“ ist. Der „Schprechr fiar Dialekt ond Vrkehr“ der FDP-Fraktion aus dem schönen Stetten raunzt keinen anderen als den „Minischdrbresident“ an – gewagt! Schließlich ist eben dieser ja: ein: Oberschwabe!

Gemeint ist natürlich Winfried Kretschmann, Landeschef, Oberrealogrüner, ein Sigmaringer mit ostpreußischen Wurzeln. Er will sich morgen im Neuen Schloss in Stuttgart mit Forschern der „Gegenwart und Zukunft der baden-württembergischen Dialekte“ widmen. Der dpa gegenüber begründet er sein Engagement so: Die Dialekte dienten einer „differenzierten Verständigung“ in Ergänzung zur Hochsprache, sie böten „mobile Heimat“, zeugten von „sprachlichem Reichtum“.

Hausmann indes wittert dialektale Anbiederung. „Au mit Dialekt isch dui grea-schwarza Bolletik ned bessr.“ Und leitet flugs über zum „greane Fahrverbod“. Final seufzt er in seiner Pressemitteilung fast hörbar auf: „Wengschtens bassiert ned scho wiedr a Malör“.

Milder gestimmt ist da Wolfgang Wulz, Chef des Schwäbische mund.art e.V.: Kretschmanns leiste – insbesondere mit seinem „Honoratioren-Schwäbisch“ – aktive Dialektpflege. Daher gönnen wir nun Kretschmann das letzte Wort zur Sache, einst ausgesprochen, um die Unwiderrufbarkeit des Projekts S 21 zu untermauern: „Der Käs is gegessen.“ Fabian Ziehe

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Erstellt:
6. Dezember 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
6. Dezember 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. Dezember 2018, 06:00 Uhr

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