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Di, 16.8.: Liebe halal

Liebe Halal

Episoden aus einem muslimischen Viertel Beiruts geben Einblick in die alltäglichen Lebens- und Liebesnöte der Bewohner.

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01.03.2016
  • Dorothee Hermann

Sexuelle Aufklärung ist nicht so einfach, wenn man einerseits die Dinge beim Namen nennen, andererseits aber vermeintlich kindgerecht präsentieren will. Der libanesische Regisseur Assad Fouladkar wählt diese Perspektive für seine Geschlechterkomödie aus der quirligen Millionenstadt Beirut, angepasst an den naiven Blick zweier kleiner Mädchen und an das nichtmuslimische Publikum.

Die Kamera folgt drei Paaren, die ihr Sexleben am Koran ausrichten oder deren Umfeld sie dazu bringen möchte. Da ist die willensstarke Hausfrau und Mutter Awatef, die den sogenannten ehelichen Pflichten wenigstens hin und wieder ausweichen möchte und prompt eine Zweitfrau für ihren stets sexhungrigen Ehemann Salim engagiert. Ihm wären schließlich vier Frauen erlaubt, rechnet sie ihm vor – und instrumentalisiert das Klischee vom polygamen Orientalen für sich.

Der junge Mokhtar, frisch verheiratet aber rasend eifersüchtig, verfängt sich in den Scharia-Regeln für cholerische Männer. Wenn er wieder einmal mit der ihm angetrauten Schönheit Batoul streitet, läuft das ganze Haus zusammen, um die sich fetzenden Liebenden zu trennen.

Vielleicht die komplexeste Figur ist Loubna, soeben glücklich geschieden, die in einer Boutique ihr eigenes Geld verdient und hofft, nun endlich mit ihrer ersten Liebe, den Gemüsehändler Abdallah, zusammenzukommen, aber als Single argwöhnisch beobachtet wird.

Auf jeden Fall beweist der Film, dass das levantinische Beziehungskuddelmuddel jede Menge Komödienpotenzial hat.

Lässt westliche Zuschauer augenzwinkernd an Beiruter Beziehungswirren teilhaben.

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01.03.2016, 05:00 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
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