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Ikea profitiert vom Flüchtlingsstrom

Deutschlands größte Möbelhauskette verkauft mehr Betten und Matratzen

Ikea bleibt auf Wachstumskurs. Das schwedische Möbelhaus profitiert auch von der hohen Nachfrage zur Versorgung der nach Deutschland strömenden Flüchtlinge. Daneben wird das Online-Geschäft ausgebaut.

15.10.2015
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt Niedrige Zinsen, niedrige Inflation, steigende Einkommen, die geringe Arbeitslosigkeit und eine insgesamt erhöhte Konsumneigung haben das Geschäft der schwedischen Möbelhauskette Ikea in Deutschland angekurbelt. Im Ende August abgeschlossene Geschäftsjahr 2014/2015 gab es einen weiteren Rekord: Der Umsatz stieg im Vergleich zu den vergangenen Jahren mit 7,7 Prozent auf 4,4 Mrd. EUR deutlich stärker.

"Wir sind sehr zufrieden", sagte Ikea-Deutschland-Chef Peter Betzel in der Unternehmenszentrale in Wallau bei Frankfurt. Zum Gewinn machte er wie immer keine Angaben. Im gerade begonnenen Geschäftsjahr rechnet er mit einem ähnlichen Plus.

Dabei wurde der Umsatz in den ersten Wochen auch von der Flüchtlingswelle getrieben. Kommunen und Organisation kaufen bei Ikea in großen Stil Betten und Matratzen. Die Nachfrage sei so stark, dass man nicht immer am gleichen Tag liefern könne, räumte Betzel ein.

Ikea selbst und die Mitarbeiter des Unternehmens leisten allerdings auch Unterstützung bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat das Unternehmen 1,65 Mio. EUR an den UNHCR, das Flüchtlingsprogramm der UN überwiesen. Projekte von Mitarbeitern werde mit Produkten im Wert von bis 10 000 EUR unterstützt. Man werde sicher noch mehr tun, sagte Betzel.

Das Potenzial dazu hat die in Deutschland mit einem Marktanteil von 13,4 Prozent - und deutlichem Abstand vor Höffner, XXXL Lutz, Roller, Porta und Segmüller - größte Möbelhauskette. Klammert man die beiden in Bremerhaven und Kaiserslautern neu eröffneten Häuser aus, ist der Umsatz immer noch um deutliche 5,9 Prozent gestiegen. Die Restaurants steuern dabei gut 204 Mio. EUR bei. In den Filialen gibt der Kunde bei jedem Einkauf im Schnitt 86,90 EUR aus.

Auch das Online-Geschäft von Ikea wächst deutlich: Mit knapp 190 Mio. EUR gab es ein deutliches Plus von mehr als 30 Prozent. Betzel errechnet damit, dass der Internet-Anteil am Gesamtumsatz von derzeit gut 4 auf 10 Prozent steigt. "Die Möbelhäuser behalten aber ihre zentrale Rolle."

Insgesamt ist Deutschland für den Ikea-Konzern weiter mit Abstand der wichtigste Markt. In keinem anderen Land gibt es viele Möbelhäuser. 50 sind es hierzulande, 40 in den USA und 32 in Frankreich. Weltweit betreiben die Schweden 328 eigene Ableger und weitere 49 auf Franchise-Basis. Mit knapp 32 Mrd. EUR verbuchte der Konzern 2014/2015 ein Plus von 11 Prozent.

Im laufenden Jahr will Ikea weitere 13 Märkte eröffnen. Hierzulande kommen 2016 und 2017 neue Ableger in Wuppertal, Wetzlar, Kaarst, Karlsruhe und Magdeburg dazu. Verhandlungen mit weiteren Städten laufen, Details nennt Betzel nicht. "Mittelfristig wollen wir 70 Häuser betreiben." Insgesamt investiert Ikea 2015 und 2016 rund 330 Mio. EUR.

Davon profitiert auch der Arbeitsmarkt. Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland erhöhte sich um fast 900 auf jetzt gut 16 800. Dabei werden die Mitarbeiter auch am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Fast 12 400 Beschäftigte erhielten einen Bonus in Form eines Monatslohns, 13 800 Mitarbeiter bekamen Geld für eine zusätzliche Altersvorsorge. Insgesamt hat Ikea dafür gut 24 Mio. EUR aufgewendet.

Deutschlands größte Möbelhauskette verkauft mehr Betten und Matratzen
Auch in diesem Jahr will Ikea zusätzliche Möbelhäuser in Deutschland eröffnen. Im Bild ist der Ikea-Markt in Hofheim-Wallau zu sehen. Foto: dpa

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15.10.2015, 12:00 Uhr
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