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Vize bei Innovationen

Deutschland auf Platz zwei der EU-Rangliste

In Sachen Innovationskraft zählt Deutschland zur Spitzengruppe in der EU. Nur Schweden ist noch besser platziert. Bei den Arbeitskosten liegt die Bundesrepublik im europaweit im vorderen Mittelfeld.

27.03.2013

Von AFP/DPA

Brüssel/Wiesbaden Deutschland ist nach einer neuen Rangliste eines der innovativsten Länder in Europa. Nur Schweden rangiert noch weiter oben. Nach Angaben der EU-Kommission sind die nordeuropäischen Länder am erfolgreichsten, wenn es um Erfindungen und ihre Markteinführung geht.

Mehrere osteuropäische Staaten rangieren hinten, Schlusslicht ist Bulgarien. Allerdings konnten die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen laut Kommission im vergangenen Jahr am stärksten aufholen. Die meisten südeuropäischen Länder finden sich dazwischen und werden als "mäßige Innovatoren" beschrieben; Zypern immerhin schaffte es in die bessere Gruppe der "Innovationsfolger".

Entscheidende Motoren für den Erfindergeist sind der Mittelstand und exzellente Rahmenbedingungen für die Forschung, wie zum Beispiel die Ausgaben der öffentlichen Hand und der Wirtschaft für Forschung und Entwicklung.

In Deutschland hat laut Kommission die Zusammenarbeit von innovativen kleinen und mittleren Betrieben stark zugenommen - das treibt offenbar wiederum die Entwicklung weiter an, wie Patentanmeldungen und Jobs in wissensintensiven Firmen zeigen. Auch dass Einnahmen aus Patenten nach Deutschland fließen, ist ein Zeichen für erfolgreichen Erfindergeist. Schwachpunkte gebe es bei den Rahmenbedingungen für die Forschung, die in Deutschland nicht so attraktiv seien.

Trotz der Wirtschaftskrise verbessere sich die Innovationsleistung der EU von Jahr zu Jahr, urteilte die Kommission. Die Leistung gehe aber vor allem auf die Innovationsführer wie Deutschland zurück. Forschungskommissarin Máire Geoghegan-Quinn warnte daher vor einem "Innovationsgraben". Das Thema müsse auf der Agenda aller EU-Staaten oben stehen.

Denn verglichen mit anderen ist die EU nicht Spitze. In Europa überflügelt die Schweiz alle Mitgliedsländer, also auch Schweden und Deutschland. Den EU-Durchschnitt bei der Innovationsfähigkeit zugrunde gelegt, liegt die EU weltweit auch hinter Südkorea, den USA und Japan. Während die Union gegenüber den Amerikanern und Japanern aufholen konnte, habe sich der Abstand zu Südkorea vergrößert. China holte demnach gegenüber der EU auf, liegt aber wie die anderen sogenannten Schwellenländer weiter hinter den Europäern.

Bei den Arbeitskosten ist Deutschland knapp ein Drittel teurer als im EU-Durchschnitt. Private Unternehmen gaben hierzulande 2012 im Schnitt 31 EUR für eine geleistete Stunde aus, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Damit lag Deutschland auf Platz 8. Die Arbeitskosten stiegen kräftiger als in vielen anderen Ländern.

Arbeitskosten sind alle Kosten, die beim Arbeitgeber für die Beschäftigung von Mitarbeitern anfallen. Sie setzen sich aus dem Bruttoverdienst und den Lohnnebenkosten zusammen. Den größten Anteil an den Lohnnebenkosten machen die Sozialbeiträge der Arbeitgeber aus. Dazu gehören die Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosen-, Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Hinzu kommen außerdem die betriebliche Altersversorgung und Lohn- und Gehaltsfortzahlungen im Krankheitsfall. Auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld zählt zu den Lohnnebenkosten.

In Deutschland bestätigt sich die Trendwende, die 2011 begann. Von 2001 bis 2010 waren die Arbeitskosten langsamer gestiegen als im EU-Schnitt. Experten erklären dies auch mit höheren Tarifabschlüssen als in den Vorjahren.

Siemens gehört zu den deutschen Unternehmen, die eifrig forschen lassen. Unser Bild zeigt eine Mitarbeiterin bei der Analyse magnetischer Eigenschaften eines Materials. Foto: Siemens AG

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Erstellt:
27. März 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
27. März 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. März 2013, 12:00 Uhr

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