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Personalpolitik

Deutsche wenig vertreten

Bei der Besetzung internationaler Posten hat die Bundesrepublik Nachholbedarf. Die Grünen machen jetzt Druck.

24.06.2019

Von ELLEN HASENKAMP

Berlin. Es wäre ein Erfolg – für den CSU-Mann aus Niederbayern und für die Bundesrepublik irgendwie auch. Doch derzeit sieht es nicht so aus, als würde Manfred Weber Präsident der EU-Kommission. Und auch sonst steht es nicht gerade glänzend um die Besetzung internationaler Posten durch Deutsche. Gerade erst setzte China seinen Kandidaten an der Spitze der UN-Ernährungsorganisation FAO gegen die EU durch. Eine „angemessene“ deutsche Personalpräsenz sei „noch nicht überall erreicht“, räumte die Bundesregierung in einem Bericht ein. Die Grünen machen deswegen jetzt Druck. „Die Bundesregierung muss mehr dafür tun, dass deutsches Personal auf allen Ebenen und in allen Bereichen internationaler Organisationen gut vertreten ist, und zwar auch hälftig mit Frauen“, sagte ihre Außenpolitikerin Franziska Brantner dieser Zeitung.

Ungefähr 8000 Deutsche waren 2018 in internationalen und europäischen Institutionen tätig, wie aus dem Anfang Juni vom Kabinett verabschiedeten Bericht des Auswärtigen Amts hervorgeht. Das sind einerseits deutlich mehr als zehn Jahre zuvor, andererseits haben im selben Zeitraum internationale Organisationen ihr Personal kräftig aufgestockt. Die Schlussfolgerung der Regierung lautet, den „deutschen Personalanteil in internationalen Organisationen und europäischen Institutionen quantitativ und qualitativ zu erhöhen.“

Häufig kaum bekannt

Zugleich kann die Bundesregierung – auch ohne Weber – auf einige Spitzenposten verweisen, die von Deutschen übernommen wurden. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt sind jedoch die wenigsten. Zu ihnen gehört Martin Selmayer, Generalsekretär und damit ranghöchster Beamter der EU-Kommission. Seine Beförderung war aber umstritten und seine Zukunft in der nächsten Kommission ist ungewiss. Brantner ist das alles ohnehin zu wenig. „Es reicht nicht, ein paar Prestigejobs mit Deutschen zu besetzen, wenn auf den mittleren Ebenen die Nachwuchsförderung nicht ausreicht“, sagte sie. Dass es gerade im mittleren Karrierebereich „nach wie vor besonders schwierig“ ist, räumt auch die Regierung ein. Dabei ist gerade diese Ebene das Nachwuchsreservoir für die erwartete „überdurchschnittlich hohe Zahl von Ruheständen“ in den kommenden Jahren. So leicht lässt sich der Nachwuchs aber nicht ins Ausland locken. Der Arbeitsmarkt hierzulande brummt und deutsche Arbeitnehmer sind „traditionell“ nicht besonders mobil, heißt es in dem Bericht.

Nachholbedarf sieht Brantner auch bei der Frauenförderung. „Es ist bitter, dass wir 2019 immer noch über den Frauenanteil in internationalen Organisationen diskutieren müssen.“ In der EU-Kommission dagegen sei es gelungen, den Frauenanteil in mittleren und höheren Positionen binnen fünf Jahren von 11 auf 40 Prozent zu steigern. Ellen Hasenkamp

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Erstellt:
24. Juni 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Juni 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Juni 2019, 06:00 Uhr

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