Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Lieber auf Nummer sicher

Deutsche verschmähen trotz niedriger Zinsen riskantere Geldanlagen

Das klassische Festgeld wirft kaum noch Zinsen ab. Zeit zum Umdenken. Doch an Aktien trauen sich die konservativen Deutschen nicht so recht ran. Und jeder Vierte spart gar nichts mehr.

28.10.2015
  • THERESA MÜNCH, DPA

Berlin Wenn es ums Geld geht, gehen die Deutschen lieber auf Nummer sicher. In Zeiten anhaltend niedriger Zinsen aber lässt sich mit einer konservativen Strategie nur schwierig Geld scheffeln. Denken sie jetzt um? "Sparen ist ein Thema, aber das Niedrigzinsumfeld macht es verdammt schwer", räumt Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon ein. Insgesamt ließen sich die Bundesbürger ihre Lust am Sparen zwar nicht nehmen und legten weiter mehr als 9 Prozent des verfügbaren Einkommens zurück. Jeder Vierte aber spare überhaupt nicht mehr - weder fürs Alter, noch fürs Auto oder ein eigenes Haus.

Vielen mache Sorgen, dass bewährte Geldanlagen kaum noch etwas zum Aufbau des Vermögens beitragen, sagt Fahrenschon. Doch trotzdem lösen sich die Verbraucher nicht von Sparbuch, Festgeld und Co. Im Gegenteil: Nach Angaben der Bundesbank ist der Anteil der als sicher geltenden Anlagen seit der Krise sogar noch gestiegen. Die Experten führen das in ihrem aktuellen Monatsbericht auf eine "ausgeprägte Risikoaversion" zurück.

Echte Renditejäger sind die Deutschen eben nicht. Hohe Renditen sind ihnen zwar nicht egal, doch sie gehören nur für 27 Prozent zu den wichtigsten Faktoren beim Vermögensaufbau. Viel wichtiger sind Sicherheit und Flexibilität, zeigt die Sparkassen-Umfrage. Für viele muss Geld auch spontan verfügbar sein. "Die privaten Haushalte gehen sehr abgeklärt mit den niedrigen Zinsen um", lobt Fahrenschon.

Vor allem die Mittelschicht - Leute mit einem monatlichen Haushaltseinkommen zwischen 1500 EUR und 2500 EUR - setzt auf klassisches Sparen. Sie haben mehr Lebensversicherungen, mehr Sparbücher, weniger Aktien als der Durchschnitt. Anlageformen, die, wie der Sparkassenpräsident formuliert, "besonders unter dem Druck der niedrigen Zinsen stehen". Aktien dagegen rückten nur sehr langsam, "mit Augenmaß", in den Fokus. Das hält Fahrenschon für richtig: "Es gibt keine Flucht ins Wertpapier."

Ein wenig mutiger könnten die Deutschen aber schon sein, meint "Finanztest"-Chefredakteur Heinz Landwehr. Weltweit breitgestreute Aktien gehörten derzeit zu den besten Anlageformen. Wer neben seinem Festgeld rund 25 Prozent in Fonds anlege, gehe kein wesentlich größeres Risiko ein, könne aber wesentlich mehr Rendite erwarten. "Es kann sein, dass man mal ein oder zwei Jahre eine kleine Delle hat, aber über mehrere Jahre ist das eine relativ sichere Anlage."

Glaubt man dem Vermögensbarometer der Sparkassen, kommt das langsam auch bei den Verbrauchern an. Zwar halten sie Immobilien weiter unangefochten für das beste Mittel zum Vermögensaufbau. Zugleich aber verlieren Sparbücher, Bausparverträge, Lebensversicherungen und Festgeld an Bedeutung. Und Aktien holen auf. Inzwischen nennen 24 Prozent Fonds als gute Anlageform, im vergangenen Jahr waren es noch 17 Prozent.

Doch zwischen Aussage und Kaufentscheidung gibt es offenkundig einen Unterschied: Denn nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts trennten sich im vergangenen Jahr rund 500 000 Menschen von Aktien oder Anteilen an Fonds. Und auch im ersten Halbjahr 2015 war die Tendenz negativ: Laut Bundesbank stießen die Verbraucher Aktien im Wert von 3,5 Mrd. EUR ab.

Trotz der niedrigen Zinsen nehmen die privaten Haushalte insgesamt kaum zusätzliche Kredite auf, nur weil die Konditionen derzeit besonders günstig seien, bemerkte Fahrenschon.

Die Sparkassen fordern politische Anreize fürs Sparen insbesondre mit Blick auf die unteren und mittleren Einkommen. Die klassischen Instrumente wie vermögenswirksame Leistungen müssten wiederbelebt und Wertpapiersparen erleichtert werden.

Deutsche verschmähen trotz niedriger Zinsen riskantere Geldanlagen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

28.10.2015, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular