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Bollywood

Deutsche Schauspielerin kommt in Indien groß raus

Suzanne Bernert gilt als „internationale Diva“ in dem asiatischen Land. Nach 14 Jahren in Mumbai spielt sie ihre größte Rolle: als mächtige Sonia Gandhi.

23.03.2019

Von NICK KAISER

Die deutsche Schauspielerin Suzanne Bernert hat mit schwarzer Perücke und Sari die mächtige Politikerin Sonia Gandhi gespielt. Foto: Privat/Suzanne Bernert/dpa

Applaus brandet auf im Festsaal des Luxus-Hotels Sea Princess in Mumbai, als Suzanne Bernert in perfektem Hindi zu reden beginnt. „Indien hat mir den roten Teppich ausgerollt und mir so viel Liebe gegeben, dass ich mein Leben lang dankbar sein werde“, betont sie. Als die große, rotblonde Frau dann auch noch einen Satz in der Lokalsprache Marathi sagt, kommt das Publikum aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Bernert hat gerade den „Preis für Errungenschaften von Frauen“ einer Umweltschutzorganisation entgegengenommen. Schon im vergangenen Jahr bekam sie einige Auszeichnungen, darunter eine als „internationale Diva von Bollywood“.

Nach 14 Jahren in Indien, 24 Fernsehserien und Filmen in drei indischen Sprachen erfährt Bernert nun all diese Anerkennung, weil sie ihre bislang meistbeachtete Rolle in dem Film „The Accidental Prime Minister“ gespielt hat, der im Januar in die Kinos kam. Es geht darin um die Regierung des von 2004 bis 2014 amtierenden indischen Premierministers Manmohan Singh. Nach dem Buch eines früheren Singh-Beraters, auf dem der Film basiert, lag die wahre Macht allerdings bei der damaligen Chefin der Kongresspartei, Sonia Gandhi – gespielt von Suzanne Bernert, mit schwarzer Perücke und Sari.

Als Hindi sprechende, ausländische Schauspielerin mit etwas Ähnlichkeit zu Gandhi habe sie es schon immer für ihre Bestimmung gehalten, die aus Italien stammende Politikerin zu spielen, erzählt Bernert. Um den Film gab es allerdings auch viel Ärger, weil Anhängern der Kongresspartei die Darstellung ihrer Parteiikonen nicht gefällt.

Bernert lernte schnell Hindi und auch indische Tänze. Ihre Hautfarbe stellte manchen Kameramann vor Herausforderungen. „Am Anfang hatten die Schwierigkeiten, mich auszuleuchten, weil sie jemanden, der so hell ist, noch nie vor der Kamera hatten“, sagt sie. „Dann bin ich von einem Makeup-Laden zum anderen und habe immer versucht, mich dunkler zu schminken.“

Bernert kam, wie sie erzählt, in einer Zeit nach Indien, als es für Ausländer meist nur Rollen als Statisten oder Tänzer gab. Inzwischen gibt es dort mehrere bekannte ausländische Schauspielerinnen. Seit knapp zehn Jahren ist Claudia Ciesla in Mumbai. Die heute 31-jährige Deutsch-Polin lebte als Model und Mathematik-Studentin in Bamberg, als sie 2008 eine Rolle in dem US-Film „Karma“ bekam, der in Indien gedreht wurde. Kurz darauf wurde ihr angeboten, bei „Bigg Boss“ mitzumachen, der indischen Variante der Reality-Sendung „Big Brother“.

„Ich habe nicht wirklich geplant, hier zu sein“, sagt Ciesla in einem indisch gefärbten Englisch – ihr Deutsch ist ein wenig eingerostet. „Mein Traum war natürlich Hollywood. Damit hat es zwar nicht geklappt, dafür aber mit Bollywood, und darüber bin ich sehr glücklich.“

Auch Suzanne Bernert wünscht sich, ihr Können mal in der Heimat zeigen zu können. „Ich würde sehr gerne in der eigenen Sprache arbeiten“, sagt sie. Früher sei ihr in Deutschland aber immer gesagt worden: „Wir haben Nina Hoss, wir brauchen dich nicht.“ In Bollywood hingegen ist sie ein Unikat. Nick Kaiser

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Erstellt:
23. März 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
23. März 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. März 2019, 06:00 Uhr

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