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Finanzbranche

Deutsche Bank schrumpft ihre Investmentsparte

Der neue Vorstandschef Christian Sewing möchte das Geschäftsmodell des Instituts auf stabilere Füße stellen. Dazu zählt ein Teilrückzug aus USA.

27.04.2018
  • ROLF OBERTRES

Frankfurt. Gerade mal gut zwei Wochen im Amt reißt Christian Sewing, der neue Vorstandschef, das Ruder bei der Deutschen Bank herum und verkündet vor allem im Investmentbanking scharfe Einschnitte, zumal das Geschäft im ersten Quartal und dort vor allem in der Investmentbank erneut enttäuschende Ergebnisse brachte. „Wir müssen handeln – und das schnell“, sagte der 48jährige bei der Vorlage der Zwischenbilanz. Insgesamt muss die Bank nach Überzeugung von Sewing stabiler und nachhaltiger aufgestellt werden.

Deutliche Kürzungen gibt es im Investmentbanking in den USA und Asien in den Bereichen, in denen die Bank offensichtlich nicht wettbewerbsfähig ist und zuletzt an Boden verloren hat. Das gilt für das Zinsgeschäft und für Teile der Unternehmensfinanzierung. Auch das Aktiengeschäft werde überprüft. Damit seien Einschnitte verbunden, die „schmerzlich, aber leider unvermeidbar sind, wenn wir langfristig profitabel sein wollen“, sagt Sewing. Auch im Vorstand und im oberen Management wird gekürzt. Künftig gibt es nur noch neun statt zwölf Vorstände.

Sewing will die Werte wiederbeleben, auf deren Basis die Bank vor rund 150 Jahren gegründet wurde. Dazu zählt er Disziplin in der Umsetzung der angekündigten Maßnahmen, aber auch den Stolz auf die Arbeit in und für die das Geldhaus. „Wir werden den Kurs unserer Bank ändern. Es gibt keine Zeit zu verlieren“. Für Kompromisse ist nach Ansicht des Vorstandschefs kein Platz mehr.

Nach dem Ausscheiden von Ex-Vorstandschef John Cryan, Ex-Investmentbank-Chef Marcus Schneck sowie dem feststehenden Abgang von IT-Chefin Kim Hammonds ist der Vorstand bereits auf neun Köpfe geschrumpft. „Wir werden auch die Führungsebene unter dem Vorstand verschlanken“, sagt Sewing. Doppelspitzen werden abgeschafft. „Wir werden Arbeitsplätze abbauen müssen“, lässt er auch mit Blick auf die Investmentbank keinen Zweifel. Wie viele Stellen wegfallen, lässt er offen. Aktuell beschäftigt die Bank weltweit 97 100 Menschen, rund 1000 weniger als vor Jahresfrist. In Deutschland sind es 42 300 und damit sogar 1800 weniger. Bereits 2016 hatte die Bank bis Ende 2018 den Abbau von weltweit 9000 Stellen, davon 4000 in Deutschland beschlossen.

Sewing beteuert zwar, dass das Investmentbanking ein Kernbereich der Bank bleibe und in Europa gestärkt werden soll. „Unsere Wurzeln liegen in Europa. Darauf werden wir uns künftig noch stärker konzentrieren“. Generell soll die Sparte für die Ergebnisse nicht mehr so dominant sein wie bislang. Bis 2021 sollen das traditionelle Bankgeschäft mit Privat- und Firmenkunden und der Fondstochter DWS „nachhaltig rund die Hälfte der Erträge erwirtschaften“. Einschließlich der Sparte für den Zahlungsverkehr sollen es sogar 65 Prozent sein. Damit soll die Deutsche Bank insgesamt stabiler werden.

Erst einmal werden die Einschnitte aber Geld kosten, mehr als bislang veranschlagt. Allein 2018 sollen sie bei 800 Mio. EUR liegen. Bislang war von einer halben Mrd. EUR die Rede. Eine Prognose für das laufende Jahr gibt Sewing nicht. Wohl auch weil das erste Quartal wieder eine Enttäuschung brachte.

Die Erträge schrumpften um 5 Prozent, die Kosten konnten nicht weiter gesenkt werden. Vor allem brach der Gewinn nach Steuern im Vergleich zum Vorjahr um fast 80 Prozent ein, von 575 auf nur noch 120 Mio. EUR. Die Eigenkapitalrendite lag bei nur 0,8 Prozent. In der Investmentbank blieben vor Steuern noch 205 Mio. EUR übrig nach 777 Mio. EUR vor einem Jahr. Auch im Privat- und Firmenkundengeschäft sank das Ergebnis von 430 Mio. auf 320 Mio. EUR. Bei der Fondstochter DWS zogen Anleger zwischen Januar und März fast 8 Mrd. EUR an Geldern ab.

Damit fällt die Deutsche Bank im Vergleich zu Konkurrenten wie den US-Häusern JP Morgan oder Goldman Sachs weiter zurück. Die verbuchten im ersten Quartal Gewinne im hohen einstelligen Milliardenbereich.

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27.04.2018, 06:00 Uhr
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