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München

Deutsche Bank: Staatsanwalt greift Vorstand an

09.12.2015
  • DPA

München. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bank erhoben. Es bestehe der Verdacht, dass die Bank ihre Mitarbeiter gezielt auf Zeugenaussagen im Strafprozess gegen Co-Chef Jürgen Fitschen vorbereite und in Probeverfahren (Mock Trial) einstudiere, sagte Staatsanwalt Stephan Necknig vor dem Landgericht München. Dabei gehe es darum, den Zeugen zu sagen, was sie in dem Verfahren um versuchten Prozessbetrug im Fall Kirch sagen sollen. "Und wozu sie besser nichts sagen." Vor vier Jahren hatte die Bank nach Überzeugung der Anklagebehörde den ehemaligen Bankchef Rolf Breuer mit einem Probeprozess, in dem auch der Richter nachgespielt worden sei, auf eine Aussage vor dem Oberlandesgericht München vorbereitet.

In dem Verfahren sollen Breuer, Fitschen, und drei weitere ehemalige Banker nicht die Wahrheit gesagt haben und sind deshalb derzeit wegen versuchten Prozessbetrugs angeklagt. "Es scheint, als habe sich an der Mock-Trial-Praxis der Deutschen Bank nichts geändert", sagte der Staatsanwalt. Ein Anwalt der Deutschen Bank reagierte empört auf diesen Vorwurf und warf der Staatsanwaltschaft vor, die Mitarbeiter zu diskreditieren. "Das ist eine Ungehörigkeit, die die Staatsanwaltschaft zurücknehmen muss." Eine weitere Kooperation mit der Staatsanwaltschaft sei angesichts dieser Vorwürfe nicht mehr denkbar.

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09.12.2015, 08:30 Uhr
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