Nahe Wärme

Dettenhäuser Genossenschaft gegründet

Die Erzeugung von Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen und deren Lieferung an Haushalte durch ein Nahwärmenetz sind die Ziele einer Genossenschaft, die in Dettenhausen gegründet wurde.

29.07.2011

Dettenhausen. Zur Gründungsversammlung der Nahwärme-Genossenschaft fanden sich am vergangenen Dienstag 64 Personen im Feuerwehrmagazin von Dettenhausen ein. Als Zielvorgabe galt, in einer Zeit steigender Energiepreise und gemäß der politischen Vorgabe den CO2-Ausstoß in den nächsten Jahren deutlich zu verringern. Deshalb will man in Dettenhausen ein Nahwärmenetz aufbauen und gleichzeitig dafür Sorge tragen, dass die Energie für die Nutzer auch noch in Zukunft bezahlbar bleibt.

Dieser Aufgabe soll sich die zu gründende Genossenschaft unter dem Namen „Dettenhäuser Wärme eG? widmen. Sie setzt auf eine breite bürgerschaftliche Beteiligung. Die Wärme wird dabei in einer hochmodernen, mit nachwachsenden Rohstoffen (Holzhackschnitzel) befeuerten Kraft-Wärme-Kopplungsanlage der Firma Zimmermann im Betriebsgelände in Dettenhausen bereitgestellt.

Energieverbrauch

wird vermindert

Die Genossenschaft, an der alle Mitglieder die gleichen Rechte und Pflichten haben, ist eine demokratische Unternehmensform, um die gestellten Ziele leichter zu erreichen, ohne die eigene Selbstständigkeit aufzugeben. Vorbild für die Gründung dieser Genossenschaft ist die Weiler Wärme eG, die seit drei Jahren in Pfalzgrafenweiler im Landkreis Freudenstadt ein ähnliches Vorhaben betreibt. In der Gründungsversammlung waren deshalb auch deren Vorstände Klaus Gall und Heinz Weiß anwesend. Sie moderierten die Veranstaltung und stellten die Vorteile für die Nutzer heraus.

So soll die Nahwärme-Versorgung funktionieren: Die bisherige Heizzentrale im Haus entfällt. Die Wärme wird über eine Übergabestation in das Gebäude geliefert. Zu diesem Zweck werden einmalige Anschlusskosten für die Zu- und Ableitungen erhoben, die allerdings über einen Zuschuss der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgemildert werden. Der Energieverbrauch wird sich deutlich verringern, Energieverluste entfallen. Außerdem sind keine Wartungs- und Schornsteinfegerkosten mehr zu tragen. Die Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEV) sind eingehalten.

Genossenschaftsanteil

beträgt 500 Euro

Nachdem der Satzungsentwurf der neuen Genossenschaft diskutiert war, traten der Genossenschaft 27 natürliche Personen, eine Personengesellschaft und drei juristische Personen des privaten und öffentlichen Rechts, darunter die Gemeinde Dettenhausen, die Kreissparkasse Tübingen und die Volksbank Dettenhausen bei.

Der Genossenschaftsanteil beträgt 500 Euro, maximal können 20 Anteile erworben werden. Will jemand sein Haus an das Nahwärmenetz anschließen, sind mindestens zwei Anteile zu zeichnen.

In das aus sieben Mitgliedern bestehende Aufsichtsratsgremium wurden gewählt: Peter Bachmann, Marianne Breiner, Christoph Duncker, Sabine Floruß, Markus Milley, Bernhard Post und Roland Zimmermann. Bernhard Post übernimmt den Vorsitz, sein Stellvertreter ist Christoph Duncker. Vom Aufsichtsrat wurden zum Vorstand der Genossenschaft bestimmt: Hans-Joachim Raich (Vorsitzender), Udo Rieker (Stellv. Vorsitzender) und Franz Milley (Technik).

Die Satzung wird nun durch den Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband geprüft. Danach wird der Eintrag in das Genossenschaftsregister beantragt. Aufgabe des Vorstands und Aufsichtsrats wird es jetzt sein, Trassenpläne für die Wärmeversorgung im Ort aufzustellen, diese mit der Gemeinde abzustimmen und die Finanzierungspläne aufzustellen.st

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Erstellt:
29. Juli 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
29. Juli 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2011, 12:00 Uhr

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