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Mit schicker Maske durch dicke Londoner Luft

Designer will Mode und Schutz vor Feinstaub und Pollen miteinander verbinden

In Asien sind Gesichtsmasken ein gewohntes Bild. Jetzt sollen sie auch in der britischen Hauptstadt eingeführt werden- aber dort mit Stil und zu einem stolzen Preis. Grund ist Londons schlechte Luft.

06.10.2015

Von MEIKE STOLP

London Auf asiatischen Straßen sind sie so normal wie der Fünf-Uhr-Tee in Großbritannien. Und genau dort, auf der Insel, sollen sie nun auch populär werden: Atemmasken. Vereinzelt sieht man sie bereits auf den Straßen der britischen Hauptstadt London, vor allem an Fahrradfahrern. Nun sollen die Masken "fashionable" werden. Sprich: Am besten soll jeder Brite in Zukunft mit einer Maske vor der Nase durch die Hauptstadt laufen.

Allerdings nicht mit irgendeiner. Stil soll sie in der Metropole haben, in der gerade die Fashion Week zu Ende ging. Und teuer ist sie deshalb auch. 160 Pfund (217 Euro) können gesundheitsbewusste Briten in Zukunft für die Atemschutzmaske "Limited Collection No. 1" der Firma Freka ausgeben. Dafür dürfen sie dann bessere Luft einatmen.

Laut Hersteller soll die Maske schädigende Partikel filtern und nur gereinigte Luft in die Nasenlöcher des Trägers lassen. Nun fragen sich einige Boulevardzeitungen, wie realistisch die Chance einzuschätzen ist, dass binnen kürzester Zeit eine ganze Menge pendelnder Londoner mit Maske durch die Stadt läuft.

Für Freka-Designer Frank Borsboom ist klar: "Wir haben viel Zeit investiert, das menschliche Gesicht zu untersuchen - den komplexesten und empfindlichsten Teil des Körpers", sagte er der "Daily Mail", "um etwas Einzigartiges herzustellen, das die Bedeutung von Gesichtsbekleidung neu definiert". Dabei setzt die Firma zum einen voll auf Aspekte der Modewelt. Die Ästhetik basiere auf "klassisch britischer Schneiderkunst", sagte Borsboom. Ein unverzichtbares Accessoire soll es werden - in verschiedenen Farben erhältlich.

Zum anderen aber springt Freka auf den Gesundheits- und Wellnesstrend auf: Der Träger wird zum Beispiel dank einer Einlage stets den Duft von japanischem Hinoki-Holz in der Nase haben. Noch viel wichtiger aber: Er soll nicht von verschmutzter Luft geplagt werden.

Denn laut Chinas ehemaligem Gesundheitsminister Chen Zhu können die Masken sogar Leben retten, berichten britische Blätter. Zhu, der selbst Molekularbiologe und Hämatologe ist, sagte, dass in China jährlich zwischen 350 000 und 500 000 Menschen an den Folgen von Umweltverschmutzung sterben. Als gefährlichste Feinstaubpartikel machte er PM 2,5 aus - und den gibt es auch in London.

Laut London Air, einer Informationsinternetseite des King's College, weisen viele Stadtbezirke rund ums Londoner Zentrum hohe Konzentrationen von PM 2,5 auf. Und auch Pollen sind laut dem britischen Gesundheitsdienst NHS ein großes Problem, das jedes Jahr zehn Millionen Briten betreffe - knapp jeden sechsten Einwohner der Inseln also.

Dass Londons Luft nicht besonders gut ist, ist lange bekannt. Mediziner hatten schon im Jahr 2000 vorgerechnet, dass jährlich 1200 Menschen wegen der schlechten Luft früher als nötig sterben. 2010 sollen es bereits 4000 gewesen sein.

Seit Jahren verstößt London gegen EU-Richtlinien zur Luftreinheit. Nur ist seit Jahren auch nicht viel passiert. Jetzt muss das Königreich handeln. Der oberste Gerichtshof in Großbritannien hat jüngst entschieden, dass die britische Regierung gegen die drastische Luftverschmutzung in den Städten vorgehen muss. Bis Ende 2015 muss Großbritannien effektive Pläne zur Eindämmung des Problems vorlegen. Dabei können allerdings auch keine Atemmasken helfen.

Nicht nur eine schnöde Staubmaske, sondern ein modisches Accessoire. Foto: Freka

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Erstellt:
6. Oktober 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
6. Oktober 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. Oktober 2015, 12:00 Uhr

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