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Tore zum Schnäppchenpreis

Der verschmähte Ibisevic kehrt heute mit Hertha BSC zum VfB zurück

Vor dem Last-Minute-Wechsel vom VfB zu Hertha war er fast schon reif fürs Dschungelcamp. In Berlin blüht Vedad Ibisevic neu auf. Heute will der 31-jährige Stürmer bei seinem Ex-Klub in Stuttgart auftrumpfen.

13.02.2016

Von WOLFGANG SCHEERER

Ein absoluter Glücksgriff für Hertha BSC und Trainer Pal Dardai: Vedad Ibisevic erzielte bereits acht Pflichtspieltreffer für die Berliner und gab fünf Torvorlagen. Foto: Imago

Stuttgart. Die neuste Nachricht von Hertha BSC kam passgenau zum Bundesligaspiel heute, 15.30 Uhr, in Stuttgart: Vedad Ibisevic bleibt bis Sommer 2017 in Berlin. Der Klub nutzt die Vertragsoption. Zunächst war der 31-Jährige nur für ein Jahr ausgeliehen - vom VfB.

Der Schwabe an sich würde von einem echten Schnäppchen sprechen, der VfB eher nicht. Denn die Herthaner müssen auch für diese Verlängerung keinen müden Euro überweisen, weil die Stuttgarter den Bosnier aussortiert hatten, ihn unter allen Umständen loswerden wollten. Er war mit rund drei Millionen Euro im Jahr einer der Top-Verdiener. Der VfB beteiligt sich angeblich noch immer am Gehalt. Von bis zu 60 Prozent Anteil ist sogar die Rede. In Berlin bei Trainer Pal Dardai bekam Ibisevic ("Ich wollte meiner Familie und mir beweisen, dass ich es noch kann") prompt wieder ein Bein auf den Boden. Mehr als das.

Beim 2:1-Heimsieg gegen die Stuttgarter am 12. September feierte der Nationalstürmer noch als Einwechselspieler sein Debüt, inzwischen ist er zusammen mit dem Ivorer Salomon Kalou, der momentan leicht angeschlagen ist, eine feste Größe im Hertha-Angriff.

Durch seine acht Pflichtspieltreffer und fünf Vorlagen in 16 Spielen hat "Vedo" Ibisevic mit dafür gesorgt, dass die Berliner auf Champions-League-Kurs sind. Und: Mit seinem Tore-Doppelpack beim 3:2-Erfolg in Heidenheim schoss er sein Team am Mittwochabend ins Pokal-Halbfinale im Berliner Olympiastadion gegen Borussia Dortmund, was 2,1 Millionen Euro zusätzlich in die Vereinskasse spült.

Nur drei Tage danach taucht der "Knipser" erneut in der einstigen sportlichen Heimat auf. Hertha BSC, das Überraschungs-Team der Saison, trifft in Stuttgart auf die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Bundesliga. Vier Punktspiele nacheinander hat der VfB gewonnen und ist damit auf dem besten Weg zum Klassenerhalt. Mittendrin steht heute der Mittelstürmer, der unmittelbar vor Ende der Frist und in höchster Verzweiflung am 30. August 2015 nach Berlin transferiert wurde, um ihn endlich aus dem Weg zu haben. Nun kreuzt er ihn wieder. Und VfB-Coach Jürgen Kramny warnt vor den Qualitäten des Rückkehrers: "Er ist in guter Verfassung. Wir wissen natürlich, dass er extrem gefährlich ist." Genau das will Vedad Ibisevic jetzt demonstrieren.

In 86 Bundesligaspielen für den VfB hatte der Ex-Hoffenheimer 33 Treffer erzielt. Am Anfang lief es gut, doch alles endete als Fiasko. Seit Januar 2012 trug Ibisevic das Trikot mit dem roten Brustring. Ein Ellbogencheck aus purer Unbeherrschtheit brachte ihm im Abstiegskampf 2014 fünf Spiele Sperre ein. Bei Huub Stevens spielte er danach keine Rolle mehr, erst Armin Veh machte sich plötzlich für eine vorzeitige Vertragsverlängerung stark.

Veh jedoch scheiterte früh, Ibisevic fand sich, erneut unter Stevens, bald auf der Tribüne wieder. Im vergangenen Sommer ging der Verschmähte im Groll, nach langer Leidenszeit. Mit Journalisten redete Ibisevic kein Wort mehr. Sportlich war er nur noch Reservist, unbeliebt auch bei den Fans, psychisch in totaler Abwehrhaltung. In Berlin nun das offensive Comeback: Quasi mit Toren vom Abstellgleis zahlt er Dardai das große Vertrauen zurück, ist (s)ein Glücksgriff. Heute kann Vedad Ibisevic seinem ureigentlichen Arbeitgeber, bei dem er offiziell weiter unter Vertrag steht, richtig wehtun. Zumindest eine schöne Erinnerung bleibt der Einzug ins Pokal-Finale 2013 mit dem VfB (2:3 gegen den FC Bayern). "Das ist ein einzigartiges Erlebnis, es lohnt sich einfach, dafür zu kämpfen", sagte der Torjäger mit Blick aufs Halbfinal-Heimspiel gegen Dortmund. Pal Dardai hat sich am Dienstagabend die Pokal-Partie gegen den BVB (1:3) in Stuttgart angeschaut und sicher auch einige Schwächen in der VfB-Abwehr bemerkt. Ein klarer Fall für Vedad Ibisevic. Als Strafraumstürmer geht er dahin, wo s wehtut. In diesem Fall würde es seinen Ex-Klub besonders schmerzen. Den VfB Stuttgart.

Starke Heimbilanz

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Erstellt:
13. Februar 2016, 08:30 Uhr
Aktualisiert:
13. Februar 2016, 08:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2016, 08:30 Uhr

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