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Kohlebaron greift nach Metro

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky könnte bald mehr als 30 Prozent der Anteile besitzen

Der raketenhafte Aufstieg des Daniel Kretinsky ist selbst für postsozialistische Verhältnisse bemerkenswert. Der Tscheche begann Ende der 1990er Jahre mit einem Einstiegsgehalt von umgerechnet knapp 850 EUR pro Monat bei einem Finanzinvestor und arbeitete sich bis zum Milliardär hoch. Nun greift er nach dem Düsseldorfer Handelskonzern Metro. Über Aktienkäufe und Kaufoptionen hat er sich den Zugriff auf mehr als 30 Prozent der Anteile gesichert.

22.09.2018

Von Michael Heitmann, Erich Reimann

Der Milliardär Daniel Kretinsky. Foto: Matej Divizna

Düsseldorf. Bisher hatte sich Kretinsky auf die Energie- und Industriebranche konzentriert. Vor zwei Jahren übernahm seine EP-Holding (EPH) die Braunkohlesparte des schwedischen Vattenfall-Konzerns in Ostdeutschland und wurde so zum Kohlebaron in der Lausitz. Kretinsky stammt aus einer gutbürgerlichen Familie – die Mutter bis vor wenigen Jahren Verfassungsrichterin, der Vater Informatikprofessor. Seine ersten Geschäfte, noch als Partner beim slowakischen Finanzinvestor J&T, machte er mit der Privatisierung einer Kondomfabrik.

Ein Steckenpferd dürfte das Investment beim Fußball-Traditionsverein Sparta Prag sein. Der erhoffte Titelgewinn blieb trotz hochkarätiger Trainer- und Spielerengagements aber aus. Wie viele andere Superreiche in Tschechien ist Kretinsky auch in der Medienbranche aktiv: Seit April ist er Miteigentümer eines Privatrundfunk-Imperiums in Mittelosteuropa.

Nun greifen Kretinsky und sein slowakischer Kompagnon Patrik Tkac nach dem angeschlagenen Lebensmittelhändler Metro. Im August sicherten sie sich 7,3 Prozent der Stammaktien aus dem Besitz der Unternehmerdynastie Haniel und zusätzlich eine Kaufoption auf die verbleibenden 15,2 Prozent. Am Donnerstag kündigte der aus der Metro hervorgegangene Elektronikhändler Ceconomy (Media Markt, Saturn) den Verkauf eines weiteren 3,6-prozentigen Metro-Aktienpakets an. Außerdem erhielt Kretinsky die Option auf weitere 5,4 Prozent der Stammaktien.

Auch wenn das Kartellamt noch zustimmen muss, zeigte sich der Milliardär erfreut: „Damit werden wir zum strategischen Investor bei der Metro AG. Das wissen wir sehr zu schätzen.“

Es ist ein Abenteuer, auf das sich Kretinsky einlässt. Seit Jahren geht es mit Metro bergab. Früher war das Unternehmen mit seinen Großmärkten, der Warenhauskette Kaufhof, den Elektronikmärkten Media Markt und Saturn sowie der Supermarktkette Real eine Großmacht im deutschen Handel. Einige schlechte Jahre, mehrere Firmenverkäufe und eine Aufspaltung später vereinigt die Metro nur noch die gleichnamigen Großmärkte und die zum Verkauf gestellten Real-Märkte unter ihrem Dach.

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Erstellt:
22. September 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. September 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. September 2018, 06:00 Uhr

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