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Kommentar · Arbeitsmarkt

Der sechste Trend

Arbeitsmarktforscher sagen für das kommende Jahr fünf Trends voraus.

27.09.2017
  • HELMUT SCHNEIDER

Den ersten davon liest man Monat für Monat in der Zeitung – dabei ist er nichts anderes als eine statistische Selbstverständlichkeit: Je stärker die Zahl der Arbeitslosen sinkt, desto kleiner wird die Dynamik, dass dies so weiter geht. Bei Vollbeschäftigung ist die Dynamik gleich Null.

In Teilen Deutschlands herrscht bereits Vollbeschäftigung. Dort ist das Ganze zu einem – wie es die Ökonomen nennen – „Nachfragemarkt“ geworden: Nicht alle, aber viele Macht den Mitarbeitern; sie sind gesucht und können sich die besten Konditionen ein Stück weit aussuchen.

Die Arbeit wird auch trotz Digitalisierung nicht ausgehen. Ähnliche Szenarien hat es immer wieder gegeben – sie sind nicht eingetreten. Es gibt in Deutschland nach wie vor nicht zu viele Arbeitskräfte, sondern zu wenige. Diese Aussage ist im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsthema wichtig, weil sie gegenteilige Behauptungen als Stimmungsmache entlarvt.

Falsch ist allerdings auch eine andere Art von Stimmungsmache. Es ist eben kein Widerspruch, dass hunderttausende Stellen frei sind, obwohl gleichzeitig noch viel mehr Menschen arbeitslos sind. Die Qualifikationen passen zu oft nicht auf die Anforderungen. Beides besser aufeinander abstimmen – das muss der sechste Trend sein.

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27.09.2017, 06:00 Uhr
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